Auch Dänemark ist vom Corona-Virus betroffen und hat schon zeitig strenge Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen. Inzwischen ist das öffentliche Leben seit mehreren Wochen heruntergefahren und auch die Grenzen sind für die meisten Menschen geschlossen. Auf dieser Seite sammeln wir in den kommenden Tagen und Wochen unaufgeregt Informationen über die Auswirkungen von Covid-19 in Dänemark.

01.04.2020 894 Dänen haben die Corona-Infektion überstanden

Endlich gibt es auch positive Zahlen von den dänischen Behörden – den bislang hat sich das Statens Serum Institut zurückgehalten, wenn es um überstandene Covid-19-Erkrankungen ging. Nun die erste offizielle Zahl: 894 Dänen haben bislang eine nachgewiesene Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus überstanden. Das Institut verwies darauf, dass zunächst ein Algorithmus entwickelt wurde, mit dem man aus Gesundheitsdaten und Patientenregistern entsprechende Zahlen herausfiltern musste.

30.03.2020 Ministerpräsidentin Frederiksen: “Maßnahmen verlangsamen Ausbreitung in Dänemark”

Screenshot: regeringen.dk

Die dänischen Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus zeigen offenbar Erfolg. Wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mitgeteilt hat, breite sich die Infektion langsamer aus, als befürchtet. Es bleibe trotzdem wichtig, Abstand zu halten und die Maßnahmen nicht zu schnell zu lockern. Die Entwicklung der kommenden zwei Wochen sei entscheidend, ob das öffentliche Leben in Dänemark langsam wieder hochgefahren werden könne. “Es hängt von uns allen ab. Das Verhalten jedes Einzelnen ist wichtig”, schreibt Frederiksen auf ihrem Facebook-Profil. “Befolgt die Richtlinien sorgfältig. Wenn es uns nicht gelingt, können wir nicht beginnen die Maßnahmen zu lockern.”

Die in Aussicht gestellten Lockerungen betreffen explizit nicht den Grenzverkehr. Die Übergänge bleiben bis auf weiteres für Urlauber und Menschen ohne besonderen Grund geschlossen.

24.03.2020 Chatbot zum Corona-Virus wird stark nachgefragt

Quelle: Screenshot regionsjaelland.dk

Die dänische Regierung setzt erfolgreich auf digitale Informationen zum Corona-Virus. Besonders gefragt ist ein Chatbot, mit dem sich beurteilen lässt, ob der Nutzer erkrankt sein könnte oder nicht. 90.000 Dänen haben diesen Service in der ersten Woche seit seinem Start konsultiert. Ein Chat-Programm gibt Informationen zum Virus, fragt systematisch Symptome ab und gibt schließlich konkrete Empfehlung, ob eine Quarantäne nötig ist oder man sich an eine Arztwache, das Notfalltelefon oder den eigenen Hausarzt wenden soll. Trifft das alles nicht zu, werden noch Tipps gegeben, wie man sich vor einer Ansteckung mit Covid-19 schützen kann.




21.03.2020 Dänische Polizei schickt Bürgern eine SMS

Es ist zwar nicht besonders warm an diesem Wochenende in Dänemark, aber vielerorts scheint die Sonne. Deshalb hat die dänische Polizei den Menschen eine SMS aufs Handy geschickt um noch einmal darum zu bitten, Abstand zu halten. Wörtlich heißt es:

“Nachricht an alle Handybenutzer in Dänemark.

Das Coronavirus verbreitet sich derzeit in Dänemark. Halten Sie Abstand und achten Sie darauf – auch bei Sonnenschein. Oder wir können die Infektion nicht verlangsamen.

Schönes Wochenende. Polizei.”

Quelle: Screenshot Twitter

20.03.2020 Polizeichef unzufrieden mit Verhalten der Dänen

Rigspolitichef Thorkild Fogde – Foto: Rigspolitiet

Der nationale Polizeichef Thorkild Fogde hat auf einer Pressekonferenz das Verhalten vieler Dänen bemängelt, die in der Öffentlichkeit noch immer nicht genügend Abstand halten. Mit Blick auf das bevorstehende sonnige Wochenende in Dänemark würde man sich ernsthaft Sorgen machen. Der Staat investiere nicht Milliarden für die Eindämmung des Virus, um dann zuzusehen, dass das verhängte Versammlungsverbot verletzt wird. Laut Fogde sei die Anlaufphase nun vorbei und das Verbot wird nun unter Androhung von Geldstrafen umgesetzt. Das betreffe auch Verabredungen zwischen Eltern, damit ihre Kinder gemeinsam spielen können.

20.03.2020 1.255 bestätigte Infektionen in Dänemark

Nach Zahlen des dänischen Gesundheitsamtes gibt es inzwischen 1.255 bestätigte Infektionen mit Covid-19 im gesamten Land. Die Behörde verwies gleichzeitig darauf, dass die Dunkelziffer weit höher liegen würde. Auch die Zahl der Erkrankten, die in Kliniken behandelt werden müssen steigt. Aktuell werden 186 Patienten im Krankenhaus betreut, davon liegen 37 auf Intensivstationen.

18.03.2020 Dänen sollen sich bald selbst testen können

Die dänischen Behörden planen, dass sich Menschen mit Verdacht auf Covid-19 bald selbst testen können. Sie sollen ab kommender Woche mithilfe eines Testsets zu Hause eine Probe nehmen und so den Gang in die Arztpraxis vermeiden. So sollen das Gesundheitssystem entlastet und unnötige Ansteckungen in Praxen vermieden werden, heißt es vom dänischen Gesundheitsamt. Ein Verwandter oder Bekannter soll das Testmaterial dann zu Kliniken oder Labors bringen. Die Behörden erhoffen dadurch auch einen besseren Überblick über die Ausbreitung des Virus zu bekommen.

17.03.2020 Dänische Königin Margrethe spricht von beängstigender Situation

Die dänische Königin beschreibt die aktuelle Lage während der Corona-Pandemie als beängstigend und unheimlich. Die Dänen teilten dieses Schicksal aber mit Europa und dem Rest der Welt. Es ist das erste Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, dass sich das Königshaus in einer Rede an die Nation gewandt hat – abgesehen von der Neujahrsansprache.

Die Königin sprach davon, dass in naher Zukunft noch viele weitere Landsleute an dem Virus erkranken werden und dass die von der dänischen Regierung ergriffenen Maßnahmen notwendig sind.

Ich kann verstehen, dass viele beunruhigt und besorgt sind, weil unsere Realität und unser tägliches Leben auf den Kopf gestellt wurden.

Königin Margrethe II.

Die Rede nutzte Königin Margrethe auch dazu, die Dänen aufzufordern, auf ihr Verhalten zu achten. Das Corona-Virus verbreite sich schnell und nur eine Person genüge, um viele andere zu infizieren – ohne sich selbst krank zu fühlen. Dann würde die Infektion weitergetragen und zu einer langen Kette führen. In dieser Kette stürben auch Menschen. Diese Kette gelte es deshalb zu unterbrechen, damit Kinder nicht ihre Großeltern verlieren oder Freunde nicht mehr da seien.

Die Königin verwies auf die Hygieneregeln, die derzeit gelten und erklärte, dass sie nicht verstehen könne, wenn sich Menschen noch immer zu Partys oder runden Geburtstagen treffen würden. Das sei rücksichtslos.

Abschließend sprach Königin Margrethe den Angehörigen der Todesopfer ihr Beileid aus. Ihre Gedanken gehen an jene, die erkrankt seien. Dank gehe an jene, die Gesellschaft am Laufen hielten und die Behörden, die große Verantwortung in diesen Tagen übernehmen.

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17.03.2020 Dänen hamstern nicht mehr und sollen nun Abstand halten

Die Dänen haben damit aufgehört, Hamsterkäufe zu erledigen. Das erklärte der Lebensmittelminister Mogens Jensen am Nachmittag auf einer Pressekonferenz. Das Kaufverhalten der Menschen hätte sich inzwischen normalisiert. Nun komme es darauf an, Abstand zu halten – auch beim Einkauf im Supermarkt. Alle Kunden sollten einen Abstand von zwei Metern einhalten. Die Supermarkt-Ketten haben laut Jensen bereits entsprechende Kampagnen gestartet. Nun komme es auf die Dänen an, diese Vorschriften auch einzuhalten um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen.

16.03.2020 Tivoli verschiebt die Eröffnung der Sommer-Saison

Der traditionsreiche Kopenhagener Vergnügungspark Tivoli verschiebt die Eröffnung der Sommersaison um zunächst 14 Tage. Neuer Termin ist nun der 16. April 2020. Damit reagiere man auf die Empfehlungen der Regierung und auf die jüngsten Beschränkungen im Zusammenhang mit Covid-19. Wie die Parkleitung auf ihrer Internetseite mitteilt, würden Mitarbeiter, die aus Risikogebieten zurückkehren vorsichtshalber in Quarantäne geschickt. In diesem Zusammenhang bittet das Tivoli auch künftige Besucher den Park zu meiden, wenn sie Kontakt mit Infizierten hatten oder in den Risikogebieten waren.

In diesem Zusammenhang wurden auch alle Indoor-Veranstaltungen im Tivoli für die kommenden 14 Tage abgesagt. Das betrifft unter anderem das Musical “MAMMA MIA!” in der Konzerthalle.

16.03.2020 15:06 Uhr: 898 bestätigte Infektionen mit Covid-19 in Dänemark

Inzwischen gibt es in Dänemark 898 bestätigte Infektionen mit Covid-19 – das teilte die dänische Agentur für Patientensicherheit (Styrelsen for Patientsikkerhed) mit. Damit stieg die Zahl im Vergleich zu gestern um 34 an. Die Behörde wies gleichzeitig darauf hin, dass es sich dabei nur um jene Patienten handelt, die einem Test unterzogen wurden. Nur jene Dänen werden getestet, die mittelschwere und schwere Symptomen aufweisen. Die Dunkelziffer der tatsächlichen Infektionen dürfte deshalb weitaus höher liegen.

Der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke teilte mit, dass 62 Patienten wegen Covid-19 in den Krankenhäusern behandelt werden. Zehn davon liegen auf der Intensivstation. Der Politiker rechtfertigte außerdem die Umfangreichen Maßnahmen gegen das Virus. Man wolle lieber heute einen Schritt zu viel unternehmen, als in wenigen Wochen festzustellen, dass man zu wenig getan habe.

16.03.2020 14:21 Uhr: Postnord schränkt Angebot für Auslandssendungen ein

Das dänische Postunternehmen Postnord schränkt sein Angebot für Auslandssendungen ein. Sowohl Paket-, als auch Briefsendungen sind nach Angaben des Unternehmens von der Corona-Pandemie betroffen. Weil viele Grenzen geschlossen und die Zahl der Logistik-Flüge reduziert wurde, hätte Postnord nur noch ein beschränktes Kontingent für den Versand ins Ausland.

Der Versand sei noch möglich in alle EU-Länder, nach Australien, Kanada, Island, Hongkong, Japan, Südkorea, Lichtenstein, Norwegen, Russland, die Schweiz, nach Großbritannien und in die USA. Der Versand innerhalb Dänemarks und nach Grönland sowie auf die Färöer sei nicht betroffen. Weil die Post künftig hauptsächlich per Schiff oder LKW transportiert werden muss, könne es länger als gewöhnlich dauern, bis die Sendungen zugestellt werden. Sendungen in Länder, die derzeit nicht mit Post beliefert werden können bleiben bei Postnord und werden zu einem späteren Zeitpunkt versandt.

15.03.2020 19:15 Uhr: Deutschland schließt ab Montag die Grenze zu Dänemark (Update)

Quelle: Screenshot twitter-Livestream BMI

Nachdem Dänemark die Grenze zu Deutschland bereits am Samstagmittag geschlossen hat, zieht Deutschland morgen (16. März 2020) nach. Ab 8 Uhr am Montagmorgen soll Dänen die Einreise in die Bundesrepublik auf unbestimmte Zeit untersagt werden. Ausnahmen gelten für Pendler, die in Deutschland arbeiten, für deutsche Staatsbürger, die zurück in ihr Heimatland reisen wollen und für Reisende die aus “einem triftigen Grund” einreisen wollen. Auch der Güterverkehr soll kontrolliert, aber aufrechterhalten werden. Die Bundespolizei übernimmt laut Bundesinnenminister Horst Seehofer die Grenzsicherung.

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Zuletzt aktualisiert am 01.04.2020 um 22:30 Uhr.