Vor ein paar Jahren habe ich Freunden Urlaub im dänischen Ferienhaus empfohlen. Die beiden sind ausgerechnet im Winter an die dänische Nordseeküste gefahren und hatten nach zwei Wochen Urlaub eine satte Nebenkostenabrechnung. Ein paar hundert Euro sind in 14 Tagen zusammengekommen – und ich fühlte mich irgendwie schuldig, weil ich sie nach Dänemark geschickt habe.
Ich hätte ihnen doch gleich ein paar wichtige Tipps mitgeben sollen, wie sie das Ferienhaus günstig heizen und so bei den Nebenkosten ordentlich sparen können. Wenn du weißt, wo die größten Stromfresser sitzen, hast du am Ende des Urlaubs auch keine böse Überraschung.
- Energie im Ferienhaus - meist ein bisschen teurer
- Die größten Stromfresser im Ferienhaus - und wie du sie clever nutzt
- Elektroheizungen - unkompliziert, aber verbrauchsintensiv
- Wärmepumpen - die moderne und sparsamere Lösung
- Fußbodenheizung - einstellen und laufen lassen
- Warmwasser und Boiler – oft unterschätzt
- Pool, Whirlpool und Sauna - Komfort mit hohem Verbrauch
- Haushaltsgeräte fallen selten ins Gewicht
- Weitere einfache Tipps, um im Ferienhaus Strom zu sparen
- Jahreszeit, Mitreisende und Co.: Wovon die Nebenkosten noch abhängen
- Fazit: Mit etwas Gefühl bleiben die Nebenkosten im Rahmen
Energie im Ferienhaus – meist ein bisschen teurer
Wenn du Urlaub im dänischen Ferienhaus machst, dann musst du nicht nur die Miete bezahlen, sondern auch die Nebenkosten. Nur selten ist der Verbrauch schon im Mietpreis enthalten. Deshalb heißt es nach der Ankunft und vor der Abreise Strom- und immer häufiger auch Wasserzähler ablesen. Gelegentlich werden die Zählerstände auch automatisch erfasst. Viele machen sich Sorgen, dass sie am Ende des Urlaubs eine hohe Nachzahlung begleichen müssen.
In Dänemark werden die Strompreise – anders als in Deutschland – häufiger angepasst. Preiserhöhungen werden von den Versorgern schnell an die Kunden weitergegeben. Im Ferienhaus beziehst du den Strom auch nicht direkt vom Anbieter, sondern in der Regel vom Besitzer der Unterkunft. Der zahlt für die Leitung ins Ferienhaus extra und muss die Einnahmen aus den Stromabrechnungen teilweise auch versteuern. Deshalb zahlst du als Urlaubsgast meist etwas mehr als den aktuellen Marktpreis.
Schätze deinen groben Verbrauch
Nebenkosten im Ferienhaus: Wie teuer ist Strom in Dänemark?
jetzt lesen →Die größten Stromfresser im Ferienhaus – und wie du sie clever nutzt
Am Ende des Urlaubs musst du natürlich nur zahlen, was du auch verbraucht hast. Das ist die beruhigende Nachricht. Und ganz wichtig: Urlaub soll am Ende auch Urlaub bleiben. Du sollst nicht frieren oder im Dunkeln sitzen. Trotzdem ist es nützlich, die größten Verbraucher im Ferienhaus zu kennen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Energie sie verbrauchen.
Denn Vieles funktioniert im Ferienhaus wahrscheinlich anders, als bei dir zu Hause: Gerade zum Heizen und zur Warmwasserbereitung wird häufig Strom genutzt.
Elektroheizungen – unkompliziert, aber verbrauchsintensiv

Ob Herbst, Winter oder Frühjahr: In der Nebensaison muss das Ferienhaus häufig beheizt werden. Anders als zu Hause läuft das in vielen dänischen Ferienhäusern komplett über Strom. Häufig findest du in den Häusern klassische Elektroheizungen. Sie hängen in fast jedem Zimmer, riechen oft etwas nach verbranntem Staub, wenn man sie nach längerer Zeit einschaltet und lassen sich über kleine Thermostate regulieren.
Diese Heizungen sind unkompliziert, verbrauchen aber viel Strom. Vor allem, wenn sie dauerhaft auf hoher Stufe laufen. Es kann schnell teuer werden, wenn alle Räume gleichzeitig und stark beheizt werden. So nutzt du sie am effizientesten:
- Beheize nur die Räume, die du auch nutzt.
Im Winter solltest du die Heizungen in den anderen Räumen zumindest auf Anti-Frost-Einstellung lassen! - Stelle das Thermostat nur auf so viel Grad, wie du wirklich brauchst. Jedes Grad mehr bedeutet auch mehr Verbrauch.
- Lasse die Heizung konstant auf einer Temperatur und regle sie nicht ständig hoch und runter.
- Nutze nach Möglichkeit andere, energiesparende Heizmöglichkeiten im Ferienhaus wie Wärmepumpen
Wärmepumpen – die moderne und sparsamere Lösung

In vielen Ferienhäusern gibt es zusätzlich eine Wärmepumpe, meist im Wohnbereich. Sie arbeitet effizienter als eine klassische Elektroheizung, weil sie Wärme nicht direkt aus Strom erzeugt, sondern zusätzliche Energie aus der Außenluft nutzt. Während eine Elektroheizung aus einer Kilowattstunde Strom ungefähr eine Kilowattstunde Wärme macht, kann eine Wärmepumpe daraus je nach Bedingungen etwa zwei- bis viermal so viel Wärme herausholen. Im besten Fall lässt sich der Stromverbrauch fürs Heizen so deutlich senken.
Sparsam ist die Wärmepumpe aber nur, wenn du sie auch sinnvoll nutzt:
- Die Wärmepumpe sollte eine moderate Temperatur konstant halten. Regle sie nicht ständig hoch und runter.
- Lasse die Wärmepumpe nach Möglichkeit laufen. Am meisten Energie verbraucht sie, wenn sie ein stark heruntergekühltes Haus neu aufheizen muss.
- Heize auch andere Räume mit indem du die Tür zum Schlaf- oder Badezimmer offen lässt.
Fußbodenheizung – einstellen und laufen lassen
In vielen dänischen Ferienhäusern gibt es im Badezimmer eine elektrische Fußbodenheizung – und ehrlich gesagt gibt es nichts Angenehmeres, als barfuß auf warmen Fliesen unter die Dusche zu hüpfen. Gerade in den kalten Jahreszeiten sollte man den Komfort einer Fußbodenheizung nicht unterschätzen. Wenn du sie richtig einstellst, hält sich auch der Verbrauch in Grenzen:
- Elektrische Fußbodenheizungen reagieren sehr träge. Stelle sie zu Beginn deines Urlaubs ein und lasse sie eingeschaltet. Es braucht weniger Energie eine Temperatur zu halten, als immer wieder aufzuwärmen.
- Häufig reicht eine Einstellung im unteren Mittelfeld, damit es warm genug im Badezimmer bleibt.
Warmwasser und Boiler – oft unterschätzt
In vielen dänischen Ferienhäusern gibt es für das Warmwasser einen elektrischen Boiler. Der speichert einen Vorrat an heißem Wasser und heizt bei Bedarf neues wieder auf. Langes Duschen, häufiges Nachheizen und große Warmwasserspeicher sorgen dafür, dass der Boiler zu den unterschätzten Stromverbrauchern im Ferienhaus gehört.
Viele Urlauber versuchen zu sparen, indem sie den Boiler immer wieder herunterdrehen oder ganz ausschalten. Das klingt logisch, ist aber nicht immer sinnvoll. Wenn das Wasser stark abkühlt, muss der Speicher später komplett neu aufgeheizt werden – und das braucht oft mehr Strom, als die Temperatur einfach moderat zu halten. Außerdem sollte der Boiler etwa bei 60 °C Wassertemperatur betrieben werden, damit das Wasser hygienisch unbedenklich bleibt.
- Lasse den Boiler auf mittlerer Einstellung laufen – allerdings nicht dauerhaft unter 60 Grad.
- Verändere die Wärmeeinstellung nicht. Es braucht mehr Energie das Wasser wieder aufzuheizen, als die Temperatur zu halten.
- Versuche deine Duschzeit im Rahmen zu halten. Umso mehr Wasser neu erhitzt werden muss, umso höher ist der Stromverbrauch.
Pool, Whirlpool und Sauna – Komfort mit hohem Verbrauch

Viele wollen es sich im Urlaub richtig gut gehen lassen und buchen ein gut ausgestattetes Ferienhaus: Swimmingpool, Whirlpool oder Sauna geben dem Ferienhaus direkt ein Spa-Feeling. Aber: Genau diese Extras zählen zu den größten Stromverbrauchern während des Dänemarkurlaubs.
Am meisten Energie benötigt ein beheizter Pool im Haus. Das Wasser muss dauerhaft warm gehalten werden, außerdem laufen ständig Pumpen und Filteranlagen. In den kälteren Monaten kommt noch hinzu, dass auch der Poolraum beheizt werden muss, damit sich keine Feuchtigkeit im Haus sammelt. Diese Kosten fallen in jedem Fall an – egal ob du den Pool nutzt oder nicht.
Ein Whirlpool verbraucht ebenfalls eine Menge Strom, da er in der Regel mit kaltem Wasser befüllt und dann erst einmal auf Badetemperatur aufheizen muss. Je nach Größe kann das mehrere Stunden dauern und entsprechend viel Energie kosten. Im Durchschnitt musst du mit 15 kWh pro Nutzung rechnen – also etwa 4,50 bis 5 Euro.
Eine Sauna verbraucht ähnlich viel Energie, wie ein Whirlpool. Bis der Ofen die Sauna hochgeheizt hat und während des gesamten Procedere kommen ebenfalls etwa 15 kWh zusammen. Auch hier kostet die Nutzung also 4,50 bis 5 Euro.
Während Whirlpool und Sauna also variable Kosten sind, musst du beim Pool mit mehren hundert Kilowattstunden in der Woche rechnen. Auch hier empfehle ich dir den Nebenkosten-Rechner, der dir eine Schätzung über den zu erwartenden Stromverbrauch gibt.
Schätze deinen groben Verbrauch
Nebenkosten im Ferienhaus: Wie teuer ist Strom in Dänemark?
jetzt lesen →Haushaltsgeräte fallen selten ins Gewicht
Im Vergleich zu Heizung, Warmwasser oder Pool fallen Haushaltsgeräte im Ferienhaus weniger ins Gewicht. Klar, es kann sich auch hier einiges an Strom summieren, vor allem wenn mehrere Personen im Haus sind und viel gekocht, gespült oder gewaschen wird. Trotzdem: Haushaltsgeräte sind selten der Grund für eine sehr hohe Stromrechnung im dänischen Ferienhaus. Benutze sie einfach so sparsam wie zu Hause.
Weitere einfache Tipps, um im Ferienhaus Strom zu sparen

Im Ferienhaus lebt man einfach in den Tag hinein. Die Heizung läuft, nach dem Strand wird geduscht, vielleicht kommt noch ein Saunagang dazu. Darüber, wie viel Strom dabei verbraucht wird, denkt man meist nicht nach. Es ist ja auch Urlaub. Aber ein paar kleine Gewohnheiten helfen, damit die Nebenkosten am Ende nicht höher ausfallen als erwartet.
- Nutze möglichst die Wärmepumpe statt der Elektroheizungen
- Lasse Heizungen und Wärmepumpe gleichmäßig laufen und regle sie nicht immer hoch und runter
- Nutze den Kaminofen als zusätzliche Wärmequelle – das spart nicht nur Strom, sondern ist auch hyggelig
- Beheize nur die Räume, die du auch wirklich nutzt – halte die Türen zu den anderen Zimmern geschlossen und stelle dort die Heizung auf die Anti-Frost-Einstellung
- Lüfte nur kurz und mit Durchzug – und schalte dafür kurz die Heizung oder Wärmepumpe aus
- Schalte den Boiler nicht an und aus, sondern lass ihn auf mittlerer Einstellung laufen
- Dusche bewusst um den Energieverbrauch des Warmwasser-Boilers zu begrenzen – und Wasser zu sparen
- Nutze die Poolabdeckung, wenn du den Pool nicht benutzt
- Geschirrspüler und Waschmaschine möglichst voll beladen laufen lassen
Jahreszeit, Mitreisende und Co.: Wovon die Nebenkosten noch abhängen

Wie hoch die Stromkosten im Ferienhaus am Ende ausfallen, lässt sich nie ganz genau vorhersagen. Selbst bei ähnlichen Häusern können die Nebenkosten stark unterschiedlich sein. Denn: Neben der Nutzung spielen vor allem Jahreszeit, Ausstattung und Hausgröße eine große Rolle.
In der kalten Jahreszeit wird deutlich mehr Energie benötigt als im Sommer, weil das Haus beheizt werden muss. Besonders bei elektrischer Heizung oder Fußbodenheizung steigt der Verbrauch schnell, wenn es draußen kalt ist. Auch ein beheizter Pool oder ein Whirlpool fallen im Winter stärker ins Gewicht als in den wärmeren Monaten.
Ein weiterer Faktor ist die Größe und Ausstattung des Unterkunft. Große Häuser mit vielen Räumen brauchen mehr Energie als kleine Ferienhäuser, vor allem wenn zusätzlich Sauna, Pool oder mehrere Badezimmer vorhanden sind. Komfort bedeutet im Ferienhaus fast immer auch einen höheren Stromverbrauch.
Auch die Anzahl der Personen spielt eine Rolle. Wenn viele Menschen im Haus wohnen, wird mehr geduscht, mehr gekocht und insgesamt mehr Warmwasser und Strom verbraucht. Das lässt sich im Urlaub kaum vermeiden – und selbstverständlich sind die Kosten bei größeren Gruppen höher.
Am Ende hängt die Höhe der Nebenkosten also immer von mehreren Dingen gleichzeitig ab. Wer das weiß, kann den Verbrauch besser einschätzen und erlebt bei der Abrechnung keine Überraschung.
Fazit: Mit etwas Gefühl bleiben die Nebenkosten im Rahmen
Grundsätzlich zahlst du am Ende deines Urlaubs nur das, was du auch verbraucht hast. Wenn du dir unsicher bist, kannst du den Stromzähler nach ein paar Tagen noch einmal ablesen und die Kosten hochrechnen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen kannst du auch aktiv dafür sorgen, dass der Stromzähler nicht heiß läuft.
Am Ende gilt: Mach dich nicht verrückt. Ein bisschen Hygge darf sein – aber mit einem Gefühl dafür, was im Hintergrund an Energie läuft, kannst du diese Hygge auch ganz entspannt genießen.
Hast du noch Fragen, wie du Energie im Ferienhaus sparen kannst? Oder hast du selbst noch gute Tipps? Schreib es mir in die Kommentare. Ich freue mich von dir zu lesen.
Alles, was du wissen musst

Ich habe auch schon erlebt, dass Glühbirnen in der Lampe überm Esstisch oder an anderen Stellen, wo man häufig Licht braucht, Halogenleuchten waren . Da hatte ich dann zum Glück ein paar LED-Birnen dabei und die für die Dauer unseres Aufenthalts eingesetzt, denn das macht einen deutlichen Unterschied beim Stromverbrauch. Das ist allerdings schon mindestens 10 Jahre her, und ich vermute, dass in den allermeisten dänischen Ferienhäusern inzwischen LED-Leuchtmittel verbaut sind. Es lohnt sich dennoch, darauf zu achten.
Hej Renate,
da warst du ja damals richtig gut vorbereitet. Mein Stromspar-Vorbild. 😀 Das hat dir sicher ein paar kWh gespart. Aber wie du schon sagst: Halogen ist heute kaum noch in den Ferienhäusern verbaut.
Ein schönes Wochenende dir
Chris