Die dänischen Feriengebiete sind umgeben von ruhiger Natur: Kleine Wälder, weite Heidelandschaften oder mit Strandhafer bewachsene Dünen. Die Idylle genießen allerdings nicht nur die Urlauber, sondern auch Kreuzottern. Sie lieben Küsten- und Waldgebiete, sind aber auch auf Wiesen und in Feuchtgebieten zu finden. Und auch wenn die Tiere eher scheu sind, werden in Dänemark jährlich etwa 200 bis 400 Bisse gemeldet.
Kreuzottern werden von vielen Urlaubern gefürchtet, weil es sich tatsächlich um eine Giftschlange handelt. Auch wenn das drastisch klingt, ist die Schlange für die meisten Feriengäste relativ ungefährlich. Mehr Vorsicht ist bei Kindern, Schwangeren, Menschen mit Vorerkrankungen und Hunden geboten.
- Wo kommen Kreuzottern in Dänemark vor?
- So erkennst du eine Kreuzotter
- Wie schützt man sich vor einem Kreuzotterbiss?
- Wie gefährlich ist der Biss einer Kreuzotter?
- Sind Kreuzottern für Kinder und Hunde besonders gefährlich?
- Risiko für Kinder
- Risiko für Hunde
- Wie verhält man sich nach einem Kreuzotterbiss?
Wo kommen Kreuzottern in Dänemark vor?

Kreuzottern kommen in weiten Teilen Dänemarks vor. Besonders verbreitet sind sie an der dänischen Nordseeküste, aber auch an der Ostsee gibt es größere Bestände – beispielsweise auf der Halbinsel Djursland im Nationalpark Mols Bjerge. Auch auf den Inseln Fünen, Seeland, Bornholm, Rømø und Møn kannst du den Schlangen begegnen. Viele andere Inseln gelten als frei von Kreuzottern, beispielsweise Fanø, Mandø, Ærø, Langeland, Samsø, Anholt und Als.
Die Schlangen halten sich besonders gern an sonnigen Dünenhängen, im Heidekraut, unter Totholz oder Steinhaufen auf. Weil viele dänische Ferienhäuser direkt in der Natur stehen, tauchen Kreuzottern hier auch regelmäßig auf den Grundstücken auf. Sie verstecken sich gern unter den Holzterrassen, im Brennholzstapel oder im hohen Gras.
Der Naturführer Mikkel Rødvig erklärte im dänischen Rundfunk, dass die Kreuzottern ein Zeichen dafür sind, dass es der Natur gut geht. Bisse ließen sich leicht vermeiden, da die Schlange sich eher zurückzieht.
So erkennst du eine Kreuzotter

Kreuzottern sind vor allem in den warmen Monaten aktiv und kommen im Frühjahr aus ihrem Winterschlaf. Besonders aktiv sind sie im April, weil sie sich in dieser Zeit auch vermehren. Aber wie erkennst du, ob es sich um eine Kreuzotter oder um eine harmlose Ringelnatter handelt?
Eine Kreuzotter zu erkennen ist gar nicht so einfach:
- Die Tiere können zwischen 40 und 80 Zentimeter groß werden.
- Besonders markant ist das dunkle Zickzack-Muster auf dem Rücken der Schlange. Das allein ist aber kein zuverlässiges Kennzeichen, denn manchmal fehlt das Muster und auch andere Schlangenarten tragen es.
- Eine Kreuzotter kann komplett schwarze, aber auch graue oder rotbraune Schuppen haben.
- Eindeutiger sind die Augen mit senkrecht geschlitzten Pupillen, die Giftschlangen direkt zuzuordnen sind.
Wie schützt man sich vor einem Kreuzotterbiss?

Experten betonen immer wieder, dass sich die Tiere eher zurückziehen und Begegnungen mit Menschen aus dem Weg gehen. Die Kreuzottern nehmen Vibrationen im Boden wahr. Deshalb ist es ratsam, beim Wandern oder auf dem Weg zum Strand fest aufzutreten. Außerdem solltest du die Wege nicht verlassen, da die Tiere im Gestrüpp, hohen Gras oder unter totem Holz Schutz suchen. Zusätzlichen Schutz bietet also auch festes Schuhwerk.
Kreuzottern beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen und keine Fluchtmöglichkeit mehr haben. Sie geben zuvor ein wahrnehmbares Zischgeräusch ab. Deshalb: Triffst du auf die Schlange, halte Abstand und lass sie in Ruhe. Versuche keinesfalls die Schlange anzuheben, um sie beispielsweise vom Grundstück zu bringen. In genau solchen Momenten beißen Kreuzottern normalerweise zu.
Erkläre Kindern, dass sie in den Dünen nicht barfuß laufen und niemals nach einer Schlange greifen dürfen! Hunde sollten angeleint bleiben – gerade in der Heide und in Wäldern. Im Sommer besteht außerhalb von Hundewäldern ohnehin eine Leinenpflicht in Dänemark.
Wie gefährlich ist der Biss einer Kreuzotter?
Relativ gesehen ist das Risiko am Biss einer Kreuzotter zu sterben ziemlich gering. Das dänische staatliche Gesundheitsportal sundhed.dk erklärt, dass es den letzten Todesfall im Jahr 1984 gab. Ein Tourist verstarb infolge von Herzproblemen.
Für gesunde Erwachsene ist ein Kreuzotterbiss normalerweise harmlos. Trotzdem rät sundhed.dk jedem, innerhalb von einer Stunde einen Arzt aufzusuchen: „Es ist schwer vorherzusagen, wie der Körper auf den Biss reagieren wird.“ Die Reaktion hängt davon ab, wo man gebissen, wie viel Gift injiziert wurde, wie groß und schwer jemand ist und ob eine Allergie vorliegt.
Für bestimmte Personengruppen kann der Biss einer Kreuzotter gefährlicher sein – sie sollten sofort zu einem Arzt, besser in ein Krankenhaus kommen:
- Kinder unter 12 Jahren
- ältere Menschen
- Schwangere
- Personen mit Allergien
- Personen in schlechtem Allgemeinzustand
- bei mehreren Bissen
- Personen, die an anderen Stellen als an Armen und Beinen gebissen wurden
Übrigens: Laut sundhed.dk sind 30 Prozent aller Kreuzotterbisse sogenannte „Trockenbisse“. Das heißt, dass die Schlange dabei kein Gift abgegeben hat. Oft spart sie sich das für die Jagd. Etwa 10 bis 15 Prozent der Bisse in Dänemark nehmen einen schwerwiegenden Verlauf.
Sind Kreuzottern für Kinder und Hunde besonders gefährlich?

Natürlich sorgen sich Eltern um ihre Kinder und Herrchen und Frauchen um ihre Hunde. Hier ist das tatsächliche Risiko ganz unterschiedlich zu bewerten.
Risiko für Kinder
Obwohl das Gift der Kreuzotter für einen kleinen Kinderkörper theoretisch gefährlicher ist, bleibt das Risiko im Dänemarkurlaub gering. Schließlich sind die Schlangen nicht aggressiv und fliehen schon bei kleinsten Erschütterungen im Sand. Sie beißen praktisch nur, wenn Kinder barfuß auf das Tier treten oder aktiv danach greifen. Außerdem geben die Kreuzottern in gut einem Drittel aller Bisse kein Gift ab. Trotzdem gilt: Wenn ein Kind gebissen wird, sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus. Unbedingt vorher anrufen!
Risiko für Hunde
Für Hunde ist das Risiko verhältnismäßig am höchsten, bleibt aber trotzdem auf niedrigem Niveau. Hunde sind nah am Boden und von Natur aus häufig neugierig. Stecken sie ihre Nase in das Heidekraut oder ins Gebüsch, fühlt sich eine Kreuzotter schnell bedroht und beißt zu. Manchmal ist es für Besitzer nicht so genau zu erkennen, warum das eigene Tier sich erschreckt hat. Ein Schlangenbiss kann sich nämlich erst später deutlich machen und ist an zwei nebeneinander liegenden Punkten zu erkennen.
Besonders vorsichtig solltest du beim frühen Spaziergang sein. Die Kreuzottern können dann noch träge sein, bevor sie von der Sonne aufgewärmt werden. Das heißt: Sie fliehen nicht so schnell und beißen eher. Allerdings gibt die dänische Haustierversicherung Agria auch eine beruhigende Einordnung: „Ein Biss ist für Tiere nur selten tödlich.“
Trotzdem sollten Hundebesitzer im Fall eines Bisses möglichst schnell die nächste Tierklinik aufsuchen. Unbedingt vorher anrufen! Kleine Hunde sind wegen ihrer geringen Körpergröße deutlich stärker betroffen. Im Falle eines Bisses solltest du deinen Hund hochnehmen – er sollte sich so wenig wie möglich bewegen, damit sich das Gift nicht so schnell im Körper verteilt.
Gerade für kleine Hunde kann es ein Problem sein, dass nicht jeder dänische Tierarzt ein Gegengift vorrätig hält. „Die allermeisten Viperenbisse lassen sich mit einer sogenannten unterstützenden Behandlung versorgen“, sagt die Vorsitzende des Dänischen Tierärzteverbandes, Mette Rørbæk Gantzhorn, dem Dänischen Rundfunk. „Es kommt also selten vor, dass zur Behandlung eines Bisses Antiserum eingesetzt werden muss.“ In den meisten Fällen würde es nach einiger Zeit ungenutzt entsorgt werden müssen.
Wie verhält man sich nach einem Kreuzotterbiss?
Einen Biss erkennst du an zwei kleine Einstichen direkt nebeneinander. Es folgen meist starke Schmerzen, Schwellung, die Haut verfärbt sich violett, manchmal bilden sich Blasen. Diese Symptome entwickeln sich in der Regel ziemlich schnell – oft schon nach einer halben Stunde. Verteilt sich das Gift im Körper, kommen Kreislaufsymptome dazu: Schwindel, Schweißausbruch, Übelkeit. Meist klingt alles innerhalb weniger Stunden von selbst ab, manchmal dauert es bis zu zwei Tage.
Nach einem Kreuzotterbiss erst einmal Ruhe bewahren!
Das hilft:
- Betroffenes Körperteil komplett ruhigstellen und flach lagern
- Lockeren Verband anlegen
- Bissstelle kühlen
- Etwas Wasser, Kaffee oder Tee für den Kreislauf
Das lieber lassen:
- Aussaugen oder Ausschneiden der Bissstelle
- Abbinden, Stauungs- oder Kompressionsverbände
- Desinfektion mit Alkohol
Auch wenn die Symptome oft von selbst abklingen: Nach einem Biss solltest du dich immer ärztlich vorstellen. Bei Kindern, älteren Menschen oder Vorerkrankungen geht es direkt ins Krankenhaus. So findest du schnell und zuverlässig einen Arzt.
Die Informationen wurden mit großer Sorgfalt zusammengetragen, ersetzen aber keine ärztliche Beratung. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigene Gefahr.
Das zweite giftige Tier in Dänemark

Hallo Chris, vielen Dank für die sachliche Information. Ich fahre seit über 60 Jahren jedes Jahr an den Ringköbing Fjord. Es gab schon immer Kreuzottern, für unsere Kinder, jetzt Enkelkinder ist das bekannt. Natürlich ist Vorsicht geboten. Auch wir haben Hunde und vor 3 Jahren wurde der junge Hund meiner Freundin gebissen – alles gut überstanden. Für die Verbreitung von Panik im Netz habe ich wenig Verständnis. Daher freue ich mich um so mehr über die ausführliche sachliche Information. 👍👍🇩🇰🦮😊
Liebe Anja,
vielen Dank für deinen Kommentar. Es ist mir wichtig, die verschiedenen Quellen sachlich zusammenzutragen um ein großes Bild zu bekommen. Keinem Urlauber nutzt Panikmache und trotzdem ist es ja ganz praktisch im Ernstfall zu wissen, was zu tun ist. Vielleicht hilft es etwas, die sehr emotionalen Diskussionen über das Thema zu bremsen.
Liebe Grüße
Chris
Schon als Kleinkind bin ich mit meinen Eltern regelmäßig nach DK gefahren. Inzwischen setzte ich diese gute Tradition mit meiner eigenen Familie fort. Schlangen sind zugegeben nicht meine Lieblingstiere. Dabei habe ich weniger Angst vor einem Biss. Es ist vielmehr dieser Schreckmoment, der mich ereilt wenn ich einer Schlange begegne. In all den Jahren ist dies jedoch äußerst selten vorgekommen. Wir sind viel zu Fuß und mit dem Rad unterwegs. Es ist sehr wichtig dabei auf den Wegen zu bleiben. Der Trick: Beim Gehen immer etwas fester auftreten hat bislang auch immer gut geklappt. Die Hinweise hier sind sehr gut und richtig. Vielen Dank dafür.