So feiert Dänemark Weihnachten: Traditionen, leckeres Essen und besonders viel Hygge

Der dänische Winter ist vor allem eines: dunkel. Die Sonne schafft es kaum hoch in den Himmel, da geht sie auch schon wieder unter. Gerade deshalb ist Weihnachten in Dänemark eine ganz große Sache und das wichtigste Fest des Jahres. Mit kleinen Nissetüren, dänischen Weihnachtsplätzchen und viel Kerzenlicht bringen die Menschen Licht und Gemütlichkeit in den dunklen Winter. Ganz wichtig, wie auch im Rest des Jahres, ist die Hygge: Das gemütliche Lebensgefühl der Dänen. Gerade in der Weihnachtszeit gibt es noch einmal besonders viel davon.

In diesem Artikel möchte ich die schönsten dänischen Weihnachtstraditionen, leckersten Rezepte und hyggeligsten Beobachtungen mit dir teilen. Damit kannst du dir ein Stück der heimeligen dänischen Weihnacht nach Hause holen – und vielleicht schon vom nächsten Sommerurlaub in den Dünen träumen.

Die Kalenderlys: Der Wachs-gewordene Adventskalender

Dass Kerzen zur dänischen Weihnachtszeit gehören ist sicherlich keine Überraschung. Allerdings gibt es dort eine ganz besondere Version – die Kalenderlys. Diese Kalenderkerzen gibt es in allen Farben und Formen. Das Wichtigste ist aber ihre Beschriftung. Auf den Kerzen sind in absteigender Reihenfolge die Zahlen von 1 bis 24 vermerkt. Jeden Tag wird die Kerze angezündet und wieder gelöscht, bis die Zahl des aktuellen Tages geschmolzen ist.

Man gönnt sich also an jedem Tag bis zum Heiligen Abend ein bisschen Gemütlichkeit. Ist das nicht ein wunderschöner Gedanke?

Kalenderlys: Hyggelige Vorfreude mit der dänischen Weihnachtskerze

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Nissedør: Ein kleiner Wichtel verzaubert die Kinder

Zugegeben: Der klassische dänische Weihnachts-Wichtel – auch Nisse genannt – ist etwas schüchtern. Obwohl sie Anfang Dezember zu tausenden in die dänischen Wohnungen einziehen, bekommt kaum jemand diese liebenswerten Geschöpfe zu Gesicht. Dafür freuen sich die Kinder des Hauses (oder der Wohnung) umso mehr, wenn sie die kleine Tür über der Sockelleiste entdecken.

Die Nisse gehen zurück auf einen sehr alten Glauben in der dänischen Gesellschaft. Früher zogen die kleinen Wichtel nicht nur in der Weihnachtszeit auf die Höfe und in die Häuser ein. Sie waren gern gesehene Gäste. Es heißt nämlich, dass die Nisse Haus und Hof beschützen und sich auch um die Tiere kümmern.

Dafür wollen sie – zumindest heutzutage – ab und an gern ein bisschen Milchreis oder einen Keks. In der Weihnachtszeit lassen sie sich auch gern ein paar Streiche einfallen, wenn die Kinder nicht brav waren. Für die Kleinen jedenfalls eine sehr phantasievolle dänische Weihnachtstradition.

Nissedør: So funktioniert der dänische Wichtelzauber

Glückliche Kinderaugen

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Weihnachtsmärkte in Dänemark: oft eine Nummer kleiner

Weihnachtsmärkte sind in Dänemark keine uralte Tradition. Trotzdem haben sie sich inzwischen einen festen Platz in der Vorweihnachtszeit erobert. In Städten wie Kopenhagen, Aarhus oder Aalborg entstehen im Dezember schöne kleine Winterwelten: Der Duft von Gløgg und Flæskestegsandwich, Stände mit Design und Kunsthandwerk. Meist in etwas entspannterer Atmosphäre, als auf vielen großen Weihnachtsmärkten in Deutschland.

Auf dem Land begegnet man Weihnachtsmärkten oft an besonderen Orten: auf alten Gutshöfen, in Museen, historischen Innenhöfen oder sogar in kleinen Kulturzentren. Viele haben nur an ein, zwei Wochenenden geöffnet. Man schlendert durch warm beleuchtete Stände, probiert Æbleskiver. So fühlt sich echte “julehygge” an.

Julehjerte: Die traditionelle Weihnachtsdekoration

Kein dänisches Weihnachtsfest ohne Julehjerte: Fast jeder Weihnachtsbaum trägt eines dieser meist aus Papier geflochtenen Herzen. Zurück geht der Brauch auf den dänischen Märchenerzähler Hans Christian Andersen, der sich nebenbei gern mit Papierarbeiten beschäftigte. Die zwei ineinander geflochtenen Papierstreifen ergeben ein kleines Körbchen, in das früher oft die kleinen Geschenke gelegt wurden. Besonders beliebt sind rot-weiße Julehjerte in Anlehnung an die dänischen Nationalfarben.

Die Herzen lassen sich übrigens ganz leicht basteln – du brauchst nur Glanzpapier, eine Schere und etwas Leim.

Julehjerte – So bastelst du dänische Papierherzen für den Weihnachtsbaum

Hyggelige Bastelei

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Peters Jul: Die Blaupause für das traditionelle Weihnachtsfest

Peters Jul ist die Geschichte über das klassische dänische Weihnachtsfest Mitte des 19. Jahrhunderts. Und obwohl die Gedichte von Peter und seiner Familie schon so alt sind, haben sich viele der Weihnachtsbräuche in Dänemark bis heute bewahrt. Es geht natürlich um die heimelige Vorweihnachtszeit, aber auch um Julehjerte am Weihnachtsbaum oder Æbleskiver – kleine Teigbällchen die gern zu Weihnachten gegessen werden. Schon damals gab es die Mandel im Risengrød, eine Mandel versteckt im Milchreis, der oft mit Sahne verfeinert als Dessert gegessen wird. Wer die Mandel findet bekommt ein kleines Extra-Geschenk, die Mandelgave.

Peters Jul: die dänische Weihnachtsgeschichte

Traditionelles Fest

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Leckere Weihnachten: Die dänische Weihnachtsbäckerei

Natürlich gehören auch allerhand Leckereien zur dänischen Weihnacht. Wie die Klejner, die du hier oben auf dem Bild siehst. Es handelt sich dabei um ein Siedegebäck, das schon im Mittelalter in Öl ausgebacken wurde. Sie erinnern an Schmalzkuchen, den es auch bei uns auf dem Weihnachtsmarkt gibt. Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe anderer leckerer Rezepte: zimtige Jødekager, Håkonskager mit Vanille und Marzipan, Kærlighedskranse die in den Baum gehangen werden und natürlich die Æbleskiver. Die Rezepte dazu findest du im folgenden Artikel:

Dänisches Weihnachtsgebäck: Meine liebsten Rezepte für Plätzchen und Co.

Zum Nachbacken

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Julefrokost: Das weihnachtliche Essen mit Familie, Freunden, Kollegen

Das Julefrokost gehört für viele Dänen einfach zur Weihnachtszeit oder zwischen den Jahren dazu. Auch wenn es so heißt, ist es nicht unbedingt ein Frühstück, sondern ein langes, fröhliches Weihnachtsessen. Auf den Tisch kommen klassische dänische Gerichte wie Heringssalat, Frikadeller, Leberpastete, Schweinebraten, Smørrebrød und zum Abschluss Risalamande. Dazu gibt es oft auch Bier und Snaps.

Viele feiern ein Julefrokost mit der Familie, ein weiteres mit Freunden und noch eins mit den Arbeitskollegen oder den Nachbarn. Entspannt, herzlich und ein bisschen ausgelassen. Ein Julefrokost ist weniger ein förmliches Fest, sondern mehr ein fröhliches Zusammensein.

Lille Juleaften und Juleaften: Der Vorabend und Heiligabend

Der Lille Juleaften am 23. Dezember ist in vielen dänischen Familien ein ruhiger Abend, an dem oft die letzten Vorbereitungen für Weihnachten erledigt werden. Aber in hyggelig! Häufig wird an diesem Tag der Weihnachtsbaum geschmückt, Dekorationen aufgehängt, Essen vorbereitet oder der Tisch schon einmal gedeckt. Dazu gern ein paar Kekse und Gløgg.

Der eigentliche Weihnachtsabend ist – wie in Deutschland auch – der Juleaften am 24. Dezember. Gegessen wird traditionell am Abend. Klassisch sind Ente oder Schweinebraten mit Kartoffeln, brauner Soße und Rotkohl. Nach dem Essen werden häufig Weihnachtslieder gesungen und es wird um den Weihnachtsbaum getanzt. Dann gibt es Geschenke! Viele Familien spielen außerdem ein Gavespil. Das gibt es in vielen Variationen, im Grunde dreht es sich aber darum auszuwürfeln, wer sein Geschenk auspacken darf oder kleine Präsente werden weitergegeben.

Risalamande und das begehrte Mandelgeschenk

Zum Nachtisch am Juleaften gehört fast immer Risalamande: Ein kalter Milchreis mit Sahne, gehackten Mandeln und Kirschsoße. In der Schüssel ist eine ganze Mandel versteckt. Wer sie findet, bekommt die sogenannte Mandelgave. Dabei handelt es sich meist um ein kleines und humorvolles Präsent. Der Wert dieser Mandelgave ist dabei gar nicht so wichtig, sondern es geht um den Spaß.

Risalamande mit Kirschsoße – das dänische Weihnachts-Dessert

Hol dir die Mandelgave-Tradition nach Hause

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Hyazinthen: die Weihnachtsblumen in Dänemark

Und jetzt noch etwas Überraschendes: Hyazinthen gehören in Dänemark seit dem 19. Jahrhundert zur Weihnachtszeit. Sie wurden damals als winterblühende Topfpflanzen populär, weil sie sich gut im Haus vorziehen ließen und auch in der dunklen Jahreszeit Farbe und Duft brachten. Besonders in bürgerlichen Haushalten setzten sie sich früh als Teil der Weihnachtsdekoration durch.

Bis heute stehen Hyazinthen in der Adventszeit in vielen dänischen Wohnungen – oft mehrere Zwiebeln zusammen, meist in Weiß oder zarten Rosatönen. Ihr intensiver Duft ist eng mit der Julzeit verknüpft und wird von vielen als typischer Weihnachtsgeruch wahrgenommen.

Chris

Wind in den Haaren, ein Softice in der Hand und die Gischt im Gesicht, glücklicher kann ich kaum sein. Deshalb blogge ich hier auch über meine Leidenschaft - über Dänemark. Kultur, dänische Gerichte, Urlaubstipps und viel mehr findest du auf diesem kleinen Stück Dänemark im Internet. Außerdem begrüße ich in meinen Podcasts regelmäßig Menschen und schnacke mit ihnen über das Königreich. Ich hoffe, dass dich klitly genauso glücklich macht, wie mich.

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