Hvad er det? Warum haben dänische Münzen ein Loch?

Wer Urlaub in Dänemark macht, findet nicht nur wunderschöne Natur und Ruhe, sondern gelegentlich ein paar Dinge, die ratlos zurücklassen. Dann fragt man sich zurecht: was ist das? In der Serie Hvad er det? gehe ich den Dingen auf den Grund. Mal geht es um wirklich kuriose Dinge, wie Fische auf der Wäscheleine. Mal sind es Schilder, die Rätsel aufgeben. Hier findest du alle Artikel der Serie.

Dänemark ist eines der wenigen europäischen Länder, welches noch eine eigene Währung besitzt. Eine wirklich spannende Sache, wenn so etwas alltägliches, wie das Bargeld, ganz anders aussieht. Dann heißt es nicht nur Umrechnen, sondern auch ständig den passenden Betrag raussuchen. Dabei fällt auf, dass einige der Münzen ein Loch in der Mitte haben. Das ist wirklich etwas Besonderes. Doch es wirft auch die Frage auf, warum da überhaupt ein Loch in der Mitte ist.

Welche dänischen Münzen haben überhaupt ein Loch?

Ein sehr abgegriffenes 10 Kronen-Stück – ohne Loch

Nicht alle dänischen Münzen haben ein Loch. Lediglich die 1, 2 und 5 Kronen-Münze haben eins und das auch erst seit der Währungsunion von 1992. Diese Münzen sind im heutigen Vergleich nicht besonders viel wert. Eine Krone entspricht gerade mal 13 Cent. Fünf Kronen also etwa 67 Cent.

Das 50 Øre-Stück mit dem kleinsten Wert und die 10- und 20-Kronen-Münzen sind hingegen nicht gelocht. Doch das war nicht immer so.

Die dänische Krone, wie wir sie heute kennen, wurde 1873 im Rahmen einer Münzunion mit Schweden eingeführt. Ein Jahr später schloss sich auch Norwegen an. Das bedeutet, dass die Münzen aus den drei skandinavischen Ländern in all diesen überall anerkannt wurden. In Dänemark konnte man also auch mit schwedischen Kronen bezahlen. Das gleiche galt aber nicht für die Geldscheine. Problematisch war, dass sich die Kurse zwischen den Landeswährungen unterschiedlich entwickelten und so Spekulanten die Münzen des Landes mit dem schwächsten Kurs in Scheine umtauschten, die den höchsten Kurs hatten. Ein riesengroßes und vor allem teures Problem.

Gelöst wurde es, indem die Länder ab 1924 Münzen ausgeben durften, die nur im eigenen Land galten. Damit war die skandinavische Münzunion faktisch beendet. In diesem Zusammenhang hat das Königreich Dänemark erstmals Lochmünzen ausgegeben. Die Dänen führten 1, 2, 5, 10 und 25 Øre-Münzen mit Lochung ein. Da die Münzen durch die allgemeinen Preissteigerungen immer schneller an Wert verloren haben, wurden die 1 und 2 Øre im Jahr 1973, 5 und 10 Øre-Stücke mit einer Münzreform 1989 abgeschafft. Zuletzt verschwanden 2008 die 25 Øre, da ihre Herstellungskosten die Kaufkraft überstiegen.

Wie nennt man die Münzen mit Loch?

Münzianer (Numismatiker ist der Fachbegriff) unterscheiden tatsächlich zwischen gelochten Münzen und Lochmünzen. Bei den dänischen Kronen handelt es sich um Lochmünzen, da sie von der Münzanstalt genau so herausgegeben werden. Gelochte Münzen werden hingegen erst nach der Herausgabe mit einem Loch versehen. Das macht man, um sie beispielsweise zu entwerten oder um sie auf eine Kette aufzufädeln.

Warum ist da nun ein Loch in der Mitte?

Diese Frage zu beantworten, ist gar nicht so einfach. Im Internet findet man verschiedene Erklärungsansätze. Eine Möglichkeit ist, dass das Loch blinden Menschen helfen soll, die verschiedenen Münzen besser unterscheiden zu können. Schließlich ist der Größenunterschied zwischen 50 Øre-Stück und einer Krone nicht allzu groß. Andere vermuten, dass das Loch (jedenfalls früher) Materialkosten sparen sollte.

Weil ich keine eindeutige Antwort auf diese Frage finden konnte, habe ich kurzerhand der dänischen Münzanstalt in Kopenhagen geschrieben und um Aufklärung geben. Von dort gab es schließlich folgende Antwort:

Screenshot der Originalantwort vom 27.02.2019

Die Antwort fiel leider sehr kurz aus und führt auch auf das Jahr 1924 zurück, also auf das Ende der skandinavischen Währungsunion. Die Dame von der dänischen Münzanstalt schrieb, dass die Tradition der dänischen Lochmünzen genau dann begonnen hat. Der Grund dafür liegt allerdings nicht darin, Material einzusparen. Dafür sei es wohl zu schwierig, Münzen mit Loch zu prägen. Ergiebiger war die Antwort aus Kopenhagen leider nicht.

Es scheint also keinen besonders großen Mythos um die dänischen Lochmünzen zu geben. Möglicherweise gefielen den damaligen Designern einfach Lochmünzen. So unspektakulär kann es manchmal sein.

Was ist auf den gelochten dänischen Münzen zu sehen?

Schon als Kind sind mir die Herzen auf den dänischen Münzen aufgefallen. Natürlich sind die nicht zufällig auf der Prägung zu sehen. Sie stehen für die ausstellende Behörde, die königliche dänische Münzanstalt in Kopenhagen und sind sowohl auf der Vorder-, als auch auf der Rückseite zu finden.

Die Vorderseite der dänischen Münzen

Nun kommt eine Überraschung, die Vorderseite der Münze ist nicht jene, auf der der Wert steht. Die Vorderseite der Münze besteht aktuell aus dem dreifachen Monogramm von Königin Magrethe II. und jeweils drei Kronen sowie Herzen. Außerdem ist hier auch das Jahr der Prägung abzulesen. Übrigens, so schreibt es die Kopenhagener Münzanstalt, hat die dreifache Abbildung des Monogramms eine lange Tradition. Das Monogramm entspricht nicht der offiziellen Variante des Königshauses. Es handelt sich um eine an das traditionelle Münzdesign angepasste Version.

Die Rückseite von 1, 2 und 5 Kronen-Münzen ist von vorzeitlichen Münzen inspiriert. Es ist durchaus denkbar, dass die alten Wikinger schon Münzen mit Wellen und Punkten anfertigten. Heute sind auf der Rückseite auch der Gegenwert der Münze und die Herkunft “Danmark” sowie zwei Herzen abgebildet.

Zwei 2-Kronen-Stücke – umgerechnet jeweils gerade mal 27 Cent.
Mögt ihr die dänischen Münzen und Geldscheine auch so? Worüber habt ihr euch schon einmal im Dänemark-Urlaub gewundert? Was kam euch so richtig “dänisch” vor? Schreibt es in die Kommentare.

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