7 weitere Fakten über Dänemark, die du bestimmt noch nicht kennst

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Denkst du, dass du schon alles über Dänemark weißt? Dann überraschen dich die folgenden Fakten hoffentlich. Ich habe mir große Mühe gegeben, ein paar lustige, spannende und kuriose Details über das Königreich herauszufinden, die nicht so bekannt sind. Selbst wenn du schon einmal etwas von dieser oder jener Sache gehört hast, dann gibt es immer ein paar zusätzliche Hintergründe. Nun bist du dran: was wusstest du schon und was ist dir neu?

1. In Dänemark gibt es zwei Nationalhymnen

Christian IV bei der „Dreifaltigkeit“ in der Seeschlacht bei der Kolberger Heide, Gemälde von Wilhelm Marstrand

Tatsächlich haben die Dänen zwei Hymnen und das mit einem wirklich charmanten Hintergrund. Es gibt nämlich die königliche Hymne „Kong Christian und die Landeshymne „Der er et yndigt land“ (Es gibt ein liebliches Land), die eher zur dänischen Zivilgesellschaft gehört.

Wann welches Lied gespielt wird, ist Ehren- beziehungsweise Herzenssache. Die königliche Hymne wird bei wirklich offiziellen Anlässen gespielt. Immer dann, wenn ein Mitglied des Königshauses beteiligt ist oder Politiker der dänischen Regierung anwesend sind. Auch bei offiziellen Staatsempfängen oder militärischen Veranstaltungen wird die Hymne „Kong Christian“ gespielt. Bei nicht-offiziellen Anlässen können die Veranstalter frei wählen, welche Hymne gespielt beziehungsweise gesungen werden soll. Wesentlich häufiger kommt dann die Landeshymne „Der er et yndigt land“ zum Einsatz. Sie wird bei Sportveranstaltungen verwendet, aber beispielsweise auch zum Sankt-Hans-Feuer gesungen.

Ist es nicht schön, dass das dänische Volk eine eigene Hymne hat?

2. Der Kopenhagener Strøget ist die längste autofreie Einkaufsstraße Europas

In der Weihnachtszeit ist die Fußgängerzone Strøget hübsch geschmückt

Viele Städte schmücken sich damit, die länge Einkaufsstraße zu besitzen. Schließlich ist es auch für Touristen interessant, die gern ein paar Souvenirs kaufen und Spezialitäten probieren wollen. Auch Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen hat eine solche Straße: der Strøget, der Strich. Keine Sorge, es hat nichts mit Rotlicht zu tun. Strichgerade verläuft diese Einkaufsstraße zwar nicht, aber sie ist dafür ziemlich lang. Stolze 1,2 Kilometer Shoppingfreude pur. Ich habe nachgemessen. 😉 Anderswo habe ich gelesen, dass die Stuttgarter Königsstraße länger sei. Das ist ebenfalls eine autofreie Einkaufsstraße. Auch hier habe ich nachgemessen und muss sagen: sie ist nur 1,1 Kilometer lang.

Zurück zum Strøget. Zwischen Rådhuspladsen und Kongens Nytorv findest du viele tolle Geschäfte. Angefangen von den typischen Souvenirlädchen über die Kleidungsgeschäfte der bekannten Marken gibt es auch wirkliche Besonderheiten. So liegt auf dem Strøget der Flagship-Store von Royal Copenhagen, dem königlichen Porzellanlieferanten oder auch ein eigener Laden von Disney. Mit großen Geschäften sind auch die dänischen Einrichtungsklassiker Det gamle Apothek und Illums Bolighus vertreten. Auf dem Weg über den Strøget kreuzt du auch schöne Plätze wie den Amagertorv und den Henrettelsesplads. Im Sommer tummeln sich dort zahlreiche Straßenkünstler.

Nicht zu vergessen die gemütlichen Cafés und Restaurants, in denen du wirklich lecker speisen kannst. Auch das gehört zur Wahrheit: In Dänemark und besonders in Kopenagen ist das alles kein billiges Vergnügen.

3. Google Maps wurde von Dänen erfunden

Screenshot: Google Maps

Wenn du wissen möchtest, wie ich die Länge von Strøget und Königsstraße gemessen habe ist die Antwort ganz einfach: bei Google Maps. So konnte ich mir den Einsatz mit dem Maßband ersparen. Wirklich spannend ist aber, dass Google Maps von zwei Dänen erfunden wurde. (Ob die den Strøget wohl etwas länger gemacht haben?)

Wir schreiben das Jahr 2001, an Smartphones ist noch nicht zu denken und Internetseiten waren eher praktisch als hübsch anzusehen. Auch die Funktionalität war im Vergleich zu heute ziemlich eingeschränkt. So gab es bereits einen Anbieter, der Landkarten ins Internet gebracht hatte. Allerdings waren das immer nur starre Ausschnitte, neben denen Legenden prangten. Das fand Jens Rasmussen ziemlich langweilig und unpraktisch. Er hatte die Vision von einer Karte, die man frei verschieben kann und auf der wichtige Punkte direkt eingezeichnet sind. Innerhalb eines Jahres entwickelte Jens mit seinem Bruder Lars, beide Computertechniker, einen Prototypen des Programms „Expedition“, das man zunächst noch herunterladen musste.

Später entwickelten die Dänen das Programm mit Freunden weiter. Sie hätten es gern an ein Unternehmen verkauft, denn die Finanzierung wurde langsam problematisch. Doch keiner wollte das revolutionäre Kartenprogramm haben. Viele Investoren hatten Angst, weil die erste Tech-Blase geplatzt war. Dann gerieten sie an den Google-Gründer Larry Page, der eine browserfähige Version des Kartendienstes wollte. Innerhalb von nur drei Wochen brachten sie die Karten in den Browser und Google kaufte das Unternehmen zu einem relativ geringen Betrag. Schließlich waren die vier Programmierer faktisch pleite. Allerdings durften sie als Google-Mitarbeiter weiter an Maps arbeiten und sie erhielten Aktien an Google, das gerade an die Börse ging. Letztendlich war es doch kein so schlechter Deal für Jens, Lars und ihre australischen Freunde.

4. Dänemark hat nur eine Medaille bei olympischen Winterspielen gewonnen

Dänemark – das Land der Wikinger, der Märchenerzähler und des Glücks. Nur eines können die Dänen offenbar nicht ganz so gut: Wintersport. In der Geschichte der Olympischen Winterspiele ging nur eine einzige Medaille ins Königreich. Im Jahr 1998 gewann das dänische Team im japanischen Nagano im Curling eine Silbermedaille. Der Verein kommt aus Hvidovre, südlich von Kopenhagen und bezwang im Halbfinale die Schweden 7:5, im Finale gegen Kanada verlor Dänemark dann 5:7.

Doch warum steht es so schlecht um den international erfolgreichen, dänischen Wintersport? Nun gut, in Dänemark liegt klimatisch bedingt tatsächlich selten Schnee. Wegen der Nähe zum Meer friert es auch selten lang und dauerhaft. Deshalb pilgern viele Dänen in den Wintermonaten in die Gebirge, um sich im Langlauf oder in der Abfahrt die Zeit zu vertreiben. Da müsste doch wenigstens ein guter Athlet oder eine gute Athletin dabei sein. Das ist ganz sicher so, doch in Dänemark fehlt es an der Sportförderung. Es gibt keine staatlichen Mittel, die den Spitzensport fördern. Auch bei Polizei oder in der Armee gibt es keine besondere Förderung. So bleibt den Dänen nichts anderes übrig, als ihren Sport aus eigener Tasche zu finanzieren. Beim Wintersport ist das aus klimatischen Gründen allerdings etwas komplizierter.

5. Ganz Dänemark wurde in Minecraft nachgebildet

Screenshot vom Hafen von Hvide Sande – erkennst du es? (Datenquelle: Styrelsen for Dataforsyning og Effektivisering)

Dänemark ist das erste Land der Welt, welches komplett im Computer-Bauspiel Minecraft besucht werden kann. Die dänische Geodatenbehörde (Geodatastyrelsen) hat Höhenmodelle, Straßennetze und Gebäudeverzeichnisse komplett in das Programm übersetzt. Herausgekommen ist ein Modell aus rund 4.000 Milliarden Bausteinen – unglaublich, oder? Das sind rund 1 Terrabyte Daten, abertausende Sandklötze für Strand und Dünen, Klötze für Wiesen, Straßen und Gebäude. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass Häuser, Leuchttürme, Brücken und Co. natürlich nur sehr schemenhaft dargestellt werden. Doch wer die Orte und Landschaften aus dem Urlaub kennt, wird sie auch im Computerspiel wiedererkennen.

Die Idee hinter diesem ungewöhnlichen Projekt ist, dass es auch für Bildungszwecke eingesetzt werden kann. Schüler können Dänemark in einem 3D-Modell erkunden, was nicht nur nützlich für den Geografie-Unterricht ist. Auch in den Sozialwissenschaften und der Mathematik soll das quadratische Dänemark nützlich sein. Schüler könnten beispielsweise erst das Volumen eines Hügels berechnen und ihr Ergebnis später bei Minecraft überprüfen.

Skagen in Blöcken – Die Spitze Dänemarks bei Minecraft (Datenquelle: Styrelsen for Dataforsyning og Effektivisering)

6. Bluetooth war ein dänischer König

Dänemark ist überall! Das hat nicht zuletzt mit dem Übertragungsstandard Bluetooth zu tun, zu deutsch: Blauzahn. Kommt dir das bekannt vor? Genau. Harald Blauzahn, Sohn von Gorm dem Alten, war der zweite König Dänemarks. Fast genau 1.000 Jahre nach seinem Tod wurde die kabellose Datenübertragung nach Blauzahn benannt. Und auch seine Initialen zieren das offizielle Logo von Bluetooth. Es ist eine Kombination der Runen, die für H und B stehen.

Doch warum haben sich die Entwickler ausgerechnet für Harald Blauzahn als Namensbotschafter entschieden? Eigentlich war Bluetooth nur Arbeitstitel für die neue Funkverbindung. Bei einem Treffen zwischen Intel, Ericsson und Nokia schlug Intel-Mitarbeiter Jim Kardach den Namen des dänischen Königs vor. Er soll gesagt haben: „König Harald Blauzahn war dafür bekannt, Skandinavien zu vereinen. So wie wir beabsichtigen, die PC- und die Mobilfunkindustrie mit einer drahtlosen Verbindung zu vereinen.“ Bluetooth sollte später durch einen vermeintlich besseren Namen ersetzt werden. Doch die vorgeschlagenen Bezeichnungen konnten sich nicht durchsetzen, weil es markenrechtliche Bedenken gab oder Abkürzungen bereits verwendet wurden.

Doch noch einmal zurück zu König Harald Blauzahn. Tatsächlich vereinte er im Jahr 958 verfeindete Teile Dänemarks und Norwegens. Und noch ein überraschender Fakt: natürlich wurde Harald nach seinem Vater benannt. Eigentlich hieß er Harald Gormson. Den Spitznamen „Blauzahn“ soll er durch einen abgestorbenen Zahn bekommen haben, der mit der Zeit eine dunkelgraue, leicht bläuliche Farbe annahm. Aber auch das ist umstritten. Möglicherweise handelt es sich auch um ein Schwert aus blau-grau schimmernden Stahl, welches ihm den Namen einbrachte.

7. Der älteste Freizeitpark der Welt steht in Dänemark

Bakken vor über 160 Jahren und heute (Bilder: Oscar Carlson 1859 und Bakken/PR)

Und es ist nicht der Tivoli-Park im Herzen von Kopenhagen. Ein paar Kilometer nördlich liegt nämlich Bakken, beziehungsweise Dyrehavsbakken, wie es richtig heißt. Dieser Freizeitpark wurde schon im Jahr 1583 gegründet, als man hier auf eine Wasserquelle gestoßen ist. Das Tivoli wurde hingegen erst 1843 gegründet.

Dyrehavsbakken heißt wörtlich Tiergarten-Hügel. Genau so startete der Park auch, nämlich als königlicher Zoo. Jahrhundertelang war er ein beliebtes Ausflugsziel für die Hauptstädter. In den Sommermonaten schlugen außerdem Gaukler ihre Zelte auf und unterhielten die Gäste. Schon um 1800 kam die Clown-Figur Pierrot in den Park, die dem Bakken bis heute erhalten geblieben ist.

Neben den Gauklern kamen auch immer mehr Geschäftsleute. Speisen und Getränke wurden angeboten, Puppentheater, Feuerspucker, Schauspieler, Sängerinnen und Sänger gastierten im Tierpark. Auch Feste wie Sankt-Hans wurden im Dyrehavsbakken gefeiert. Im 19. Jahrhundert wichen dann die Zelte der Schausteller massiveren Holzbauten und auch größeren Attraktionen. Nach und nach kamen Karussells und Fahrgeschäfte hinzu.

Den Jahrmarkt-Charakter besitzt das Bakken noch heute. Auf dem Gelände gibt es zahlreiche Buden und einzelne Attraktionen, aber inzwischen auch sechs Achterbahnen – darunter die 1932 eröffnete Rutschebanen, Europas älteste Holzachterbahn. Der Eintritt in den Park ist übrigens bis heute kostenlos. Besucher können sich ein Eintrittsbändchen für alle Attraktionen kaufen oder sie bezahlen einzeln Eintritt. Auch die Leckereien an den Imbissbuden werden selbstverständlich einzeln bezahlt.

Na, wusstest du schon alles? Welcher Fakt konnte dich wirklich überraschen? Erzähle es mir doch in den Kommentaren weiter unten. Ich freue mich von dir zu lesen.

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2 Kommentare

  1. Hej Chris,
    schöne Infos wieder.
    4 von 3 wusste ich schon aber ich habe es mir trotzdem alles nochmal nachgelesen.
    Hymne, Winterspiele und Minecraft wusste ich nicht. Ist auch nicht schlimm, so kann man immer noch was dazu lernen.
    Mange tak og en dejlig dag.

    1. Kære Nicole, tusind tak for din kommentar. 🙂 Dabei gebe ich mir immer Mühe Sachen herauszubekommen, die nicht so bekannt sind. Aber du bist ja auch schon ein Dänemark-Profi. Das nächste Mal muss ich mir noch mehr Mühe geben. Hilsen, Chris

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