Dänemarkurlaub mit Hund: die wichtigsten Fragen und Antworten

Dänemark ist ein wunderbares Reiseziel für alle: für Nordliebhaber, für Naturfreunde, für Familien und besonders für solche, die auch einen oder mehrere Hunde haben. Weite Strände, wilde Landschaften, Seen und Fjorde laden zu langen Spaziergängen ein. Es gibt sogar Hundewälder, in denen die Vierbeiner ganzjährig ohne Leine laufen dürfen. Ein echtes Paradies für Hund und Halter.

Natürlich gelten auch in Dänemark bestimmte Hundegesetze, einige Rassen sind grundsätzlich verboten – dürfen auch als Urlauber nicht einreisen. Die häufig grassierenden Horrormeldungen über den Umgang dänischer Behörden mit den Vierbeinern beschreiben eigentlich immer Einzelfälle, die sich um verbotene Rassen oder um Tiere drehen, die andere schwer verletzt haben. Diese Berichte sollten dich nicht abschrecken, denn Dänemark ist ein sehr hundefreundliches Urlaubsland. Schon seit 1991 nehmen meine Eltern ihre Hunde mit und es gab nie Probleme.

Was brauche ich, um meinen Hund mit nach Dänemark zu nehmen?

Wenn du mit deinem Hund nach Dänemark einreisen möchtest, braucht ihr drei Dinge:

  • einen Chip oder eine Tätowierung
  • einen EU-Heimtierausweis
  • eine gültige Tollwutimpfung

Natürlich sollte auch genügend Futter an Bord sein, wenn du es nicht erst in Dänemark kaufen möchtest. Wichtig ist, dass dein Hund eindeutig identifizierbar ist. Seit Juli 2011 ist ein Mikrochip Pflicht, ältere Hunde müssen eine gut lesbare Tätowierung tragen. Außerdem muss der Halter ein vom Tierarzt ausgestellten EU-Heimtierausweis mit sich führen. Darin muss eine gültige Tollwutimpfung nachgewiesen sein. Wichtig ist, dass die letzte Impfung mindestens drei Wochen vor der Einreise durchgeführt wurde.

Gibt es in Dänemark eine Leinenpflicht?

Grundsätzlich gilt in Dänemark eine Leinenpflicht. In Wäldern und auf öffentlichen Plätzen müssen Hunde ganzjährig angeleint werden. An den Stränden gilt vom 1. April bis zum 30. September eine Leinenpflicht. Das heißt in der Umkehr, dass du deinen Hund von Oktober bis Ende März am Strand frei laufen lassen kannst. Ausnahme: an Stränden, an denen eine blaue Flagge gehisst ist, müssen Hunde das ganze Jahr über an der Leine laufen.

Auch wenn viele Menschen ihre Hunde in den Sommermonaten am Strand ohne Leine lassen: das kann ziemlich teuer werden. Werdet ihr erwischt, drohen Geldstrafen von bis zu 270 Euro. Freilaufen dürfen Hunde das ganze Jahr über in Hundewäldern (Hundeskov), die es im ganzen Land gibt.

In den Sommermonaten gehören Hunde auch an den dänischen Stränden an die Leine.

Darf ich meinen Hund allein im Ferienhaus lassen?

Auch wenn es dein Hund gewohnt ist, mal ein paar Stunden allein zu bleiben, solltest du ihn nicht allein im Ferienhaus lassen. Das hat mehrere Gründe:

  • Die meisten Ferienhausvermittlungen verbieten es ausdrücklich, den Hund allein zu lassen.
  • Gelegentlich kommen Handwerker oder Servicetechniker vorbei, die manchmal auch in das Haus müssen. Bist du nicht da und dein Hund ist allein im Haus, könnte das für Probleme sorgen.
  • Das Ferienhaus ist für deinen Vierbeiner eine ungewohnte Umgebung. Aus Nervosität oder Angst könnte er etwas beschädigen, was er normalerweise vielleicht nicht tun würde. Für den Schaden haftest du als Tierhalter.

Wie finde ich in Dänemark einen Hundewald?

Es gibt über 550 Hundewälder in ganz Dänemark, die in Landessprache „Hundeskov“ heißen. Das sind eingezäunte Waldstücke, in denen du deinen Vierbeiner ohne Leine frei laufen lassen kannst. Die Zäune haben übrigens den Vorteil, dass es in den Waldstücken auch kein Wild gibt, denen dein Hund hinterherlaufen kann. Oft ist ein Schild angebracht „uden snor – med ledsager“, was so viel heißt wie „Ohne Leine, mit Begleitung“. Denn ganz allein darfst du deinen Hund auch im Hundewald nicht laufen lassen.

Die Hundewälder sind meist schon an der Hauptstraße ausgeschildert, sodass dir beim Erkunden deiner Ferienregion sicher der ein oder andere Hundeskov auffallen wird. Du kannst aber auch im Internet nach einem Hundewald in deiner Nähe suchen. Folgender Link führt auf eine dänischsprachige Seite, auf der du die Region auswählen musst, in der du suchst. Danach wird dir eine Karte mit den Hundewäldern angezeigt.

Gibt es in Dänemark Zecken?

Eingang zum dänischen Hundewald – hier wimmeln häufig Zecken

Leider ja und erfahrungsgemäß tummeln sich nach Spaziergängen im Wald oder in der Heide sogar ziemlich viele auf den geliebten Hunden. Die Hauptrisikozeit ist von März bis Oktober, also genau dann, wenn die meisten Menschen ihren Urlaub in Dänemark verbringen. Wenn du mehr über das Zeckenrisiko in Dänemark wissen möchtest, dann empfehle ich dir diesen Artikel:

Wie finde ich in Dänemark einen Tierarzt?

Beim Spielen verletzt oder Verdauungsprobleme, die einfach nicht weggehen wollen – manchmal braucht auch der Hund einen Arzt. In Dänemark gibt es ein gutes Netz an Tierärzten (Dyrlæger). Bis zur nächsten Praxis oder in die nächste Tierklinik ist es meist nicht weit. Egal für welche Einrichtung du dich entscheidest, musst du die Rechnung für einen Besuch dort selbstverständlich selbst zahlen.

Um einen Tierarzt in deiner Nähe zu finden, kannst du dir die App der dänischen Tierarztvereinigung herunterladen. Wähle auf dem Startbildschirm „kæledyr“ (Haustier) und suche auf der interaktiven Karte nach einer geeigneten Praxis. Im Datenblatt sind Telefonnummer und E-Mail-Adresse hinterlegt – ist das Symbol Vagt-Dyrlæge zu sehen, wird auch ein Bereitschaftsdienst angeboten. Beachte aber, dass vor allem der Notdienst an Wochenenden und Feiertagen einiges kosten kann.

Wie streng ist das dänische Hundegesetz?

Oft machen Horrormeldungen über die dänische Hundepolitik die Runde – vieles ist stark übertrieben

Dänemark hat im Jahr 2010 ein strenges Hundegesetz erlassen, welches im Jahr 2014 noch einmal konkretisiert wurde. An den Gesetzesänderungen entzündet sich oft Kritik, die teilweise heftig übertrieben ist. Die Regierung hat damals beschlossen, dass eine ganze Reihe von Hunderassen im Land verboten wird. Hintergrund war, dass Hunde verantwortungsloser Herrchen und Frauen immer häufiger andere Tiere und Menschen angegriffen haben. Das wollte die Regierung mit den Verboten verhindern. Außerdem wurde festgelegt, dass aggressive und auffällige Hunde aller Rassen nach schweren Bissangriffen eingeschläfert werden. Seit 2014 können betroffene Hundebesitzer nach einem solchen Vorfall einen Gutachter hinzuziehen, der das Wesen des Tieres einschätzt.

Du siehst, die dänische Gesetzgebung hat einen ernsten Hintergrund. Vergleicht man die Gesetzeslage in Deutschland und Dänemark, gehen die Dänen einen Schritt weiter. Während in Deutschland die Haltung von Kampfhunden unter strengen Auflagen möglich ist und Tiere in der Regel eingeschläfert werden, wenn sie andere lebensgefährlich verletzt haben, verbieten die Dänen Haltung, Zucht und Einfuhr von Kampfhunden von vornherein.

Noch nie wurde ein Touristenhund getötet

Im Zusammenhang mit dem dänischen Hundegesetz wurden bereits Hunde eingeschläfert, etwa wenn sie andere Tiere oder Menschen schwer verletzt haben. Voraussetzung sind „ernsthafte Bisswunden“. Für kleinere Verletzungen beim Spiel zählt das nicht. Es kam auch schon vor, dass Hunde wegen ihrer Rasse eingeschläfert wurden. Verantwortlich dafür sind aber jene, die die Tiere entgegen der Gesetzgebung eingeführt oder sogar gezüchtet haben. Es ist bislang kein Fall bekannt, in dem der Hund eines Touristen auf Anweisung der Behörden eingeschläfert wurde.

Welche Rassen sind in Dänemark verboten?

Die Liste der in Dänemark verbotenen Hunde umfasst insgesamt 13 Rassen, betrifft aber auch Mischlinge, in denen eine der Rassen vorkommt.

  • Pit Bull Terrier
  • Tosa Inu
  • American Staffordshire Terrier
  • Fila Brasileiro
  • Dogo Argentino (argentinische Dogge)
  • American Bulldog
  • Boerboel
  • Kangal
  • Zentralasiatischer Owtscharka
  • Kaukasischer Owtscharka
  • Südrussischer Owtscharka
  • Tornjak
  • Šarplaninac

Vorsichtig müssen auch jene Hundebesitzer sein, deren Tier Ähnlichkeit mit einer der genannten Hunderassen hat. Sie sind notfalls in der Nachweispflicht, dass es sich nicht um ein verbotenes Tier handelt. Dazu sollten entsprechende Nachweise oder Dokumente mitgeführt werden, die das im Ernstfall gegenüber der dänischen Polizei oder den Behörden beweisen. Das können Stammbäume, Tierausweise, Registrierungsnachweise oder ähnliches sein.

Seit 2017 gibt es eine Gesetzesänderung, nach der die Polizei einen Ermessensspielraum bei aus dem Ausland eingeführten verbotenen Hunderassen hat. Werden diese Tiere nachweislich unwissentlich nach Dänemark eingeführt, können die Beamten verfügen, dass der Hund nicht getötet, sondern in einer bestimmten Frist ausgeführt wird. Möglicherweise wird das Tier dann in Gewahrsam genommen und von den Behörden außer Landes gebracht. Die dafür entstehenden Kosten werden dem Tierhalter in Rechnung gestellt.

Welche Bissverletzungen sind problematisch?

Foto: Kim Matthäi Leland/Politi.dk

Natürlich möchte niemand, dass der eigene Hund ein anderes Tier oder sogar einen anderen Menschen beißt. Das dänische Hundegesetz sieht vor, dass Hunde, die andere schwer verletzt haben, eingeschläfert werden können. Wörtlich heißt es:

Hat ein Hund einen Menschen oder einen anderen Hund durch einen Angriff oder ein anderen inakzeptables oder gefährliches Verhalten gebissen und kann dieser Biss als „Skambid“ bezeichnet werden, muss der Polizeidirektor den Hund töten lassen.

Auszug aus dem dänischen Hundegesetz

Ein Skambid wurde durch das Dänische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Fischerei wie folgt definiert:

  • mehrere tiefe, punktierte Wunden, die tief in das Unterhautgewebe hineinreichen oder in die Muskeln eindringen
  • es muss klar sein, dass es mehrere Bisse gegeben hat und dass sie aus Gewalt her rühren (tiefe Bisswunden, Reißen, Gewebeverlust beim Opfer)
  • dazu zählen auch Bissverletzungen, die zum Tod führen und Situationen, in den das Opfer zu Tode geschüttelt wurde

Weiter heißt es, dass im Falle einer solchen Bissverletzung auch ein Gutachter einbezogen werden kann, der die näheren Umstände der Situation und das Wesen des Hundes beurteilt. Darauf kann der Besitzer bestehen. Die Entscheidung, ob ein Hund nach einem Angriff eingeschläfert wird, obliegt am Ende der Polizei. Die kann den Hund übrigens bei Verdacht auf einen Skambid sofort konfiszieren und in einer unbekannten Tierpension unterbringen. Der Halter muss für alle Kosten aufkommen.

Übrigens ist ein harmloser Biss beim Spielen zweier Hunde noch kein Problem. Wer im Urlaub mit dem dänischen Hundegesetz in Konflikt kommt, kann sich an den dänischen Verein „Foreningen Fairdog“ wenden.

Sind die Dänen hundefreundlich?

Henry ist mit Frauchen Nicole oft in Dänemark – Foto: privat

Diese Frage habe ich einer klitly-Leserin gestellt, die schon seit vielen Jahren immer mit ihrem Hund nach Dänemark fährt. Ihre Antwort:

Ich finde, dass Dänemark ein sehr hundefreundliches Land ist. Sie haben so viel Hundewälder, es gibt auch Restaurants und Museen – wenn auch nicht viele – in die Hunde mit rein dürfen. Außerdem gibt es so viele Wälder und Moorlandschaften, wo man echt schön spazieren gehen kann.

klitly-Leserin Nicole und ihr Hund Henry

Jährlich reisen mehr als 150.000 Hunde mit ihren Besitzern nach Dänemark und haben dort eine gute Zeit. In vielen Ferienhäusern sind Hunde erlaubt und es gibt vor allem in Städten Hundetoiletten – also Mülleimer, an denen auch Tüten für die Hinterlassenschaften deines Vierbeiners angebracht sind. Im Restaurant sind Hunde aus hygienischen Gründen nicht erlaubt, allerdings gibt es Ausnahmen. In meiner liebsten Burgerbar gibt es beispielsweise einen extra Tisch für Hunde und ihre Besitzer. Im Außenbereich oder am Pølsevogn ist es ja ohnehin kein Problem.

In diesem Sinne wünsche ich dir und deinem Hund einen erholsamen Urlaub in Dänemark.

Dänemark ist ein Paradies für Hunde, Herrchen und Frauchen

Zuletzt aktualisiert: 2. Juni 2021

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