Robben am Strand: Wie verhalte ich mich richtig?

Den Dänemarkurlaub verbringen viele Menschen im Ferienhaus und damit auch mitten in der Natur. Die klassischen Sommerhäuser sind auf großen Naturgrundstücken, meist ist das Meer nicht weit und die Heide wächst bis an die Terrasse heran. Wer mitten in der Natur urlaubt, der muss auch damit rechnen „wilde Tiere“ zu erleben. Meist sind es Mücken, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen, gelegentlich trifft man am Strand auf eine waschechte Robbe oder ihre Jungen.

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich Robben zu begegnen, schließlich gibt es sie sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee. Allein im dänischen Teil des Wattenmeers, von der deutsch-dänischen Grenze bis nach Blåvand, leben schätzungsweise 5.000 Tiere. Am häufigsten kommt der Seehund vor, doch die deutlich größere Kegelrobbe breitet sich zunehmend in dänischen Gewässern aus.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich eine Robbe am Strand sehe?

Zwei Jungrobben liegen am Strand

Siehst du eine Robbe am Strand, solltest du folgende Regeln beachten:

Auch wenn Robben ziemlich niedlich aussehen, solltest du nicht vergessen, dass es sich um wildlebende Raubtiere handelt. Häufig warten Jungtiere auf ihre Mutter am Strand (Juni bis August). Die Mutter befindet sich auf Nahrungsjagd und kommt später wieder. Das kann manchmal ein paar Stunden oder sogar einen ganzen Tag dauern.

Halte einen Abstand von mindestens 100 Metern zu Robben. Es gibt sogar ein Gesetz, welches diesen Mindestabstand vorschreibt. Es ist nämlich wichtig, dass sich die Tiere ungestört an Land ausruhen können. Bekommen sie diese Ruhe nicht, können sie entkräften. Halte lieber einen größeren Abstand.

Leine deinen Hund an, damit er nicht zur Robbe rennt. Die Robbe könnte sich im schlimmsten Fall bedroht fühlen und deinen Hund angreifen. Robben können auch Krankheiten auf Hunde übertragen. Das gilt auch für verendete Tiere, die vielleicht noch am Strand liegen.

Berühre die Robben nicht und versuche sie nicht zu streicheln – auch wenn sie niedlich aussehen. Vor allem keine jungen Robben. Die Muttertiere erkennen ihre Kinder am Geruch. Da sie einen feinen Geruchssinn haben, bemerken sie andere Gerüche und könnten ihr Junges verstoßen. Auch Füttern ist streng verboten.

Versuche nicht die Aufmerksamkeit der Robben zu erregen. Es kann passieren, dass sie dann auf dich zukommen, weil sie teilweise ziemlich neugierig sind. Robben können sich auch an Land überraschend schnell bewegen.

Vermeide aber auch Lärm und hektische Bewegungen.

Robben auf einer Sandbank bei Fanø

Häufig ruhen sich die Robben auch auf den Sandbänken vor der Küste aus, hier sind sie ungestörter. Möchtest du die Meerestiere mal aus sicherer Entfernung sehen, kannst du fast überall in Dänemark eine professionell geführte Robbensafari unternehmen oder du besucht eines der Museen oder Aquarien, in denen Robben leben. Oft lohnt es sich auch die Hafenbecken genauer zu beobachten. Häufig taucht mal hier, mal da eine Robbe auf um bald darauf wieder unter Wasser zu verschwinden.

Verletzte oder tote Robbe am Strand: Was tun?

Gelegentlich passiert es, dass du auf eine kranke, verletzte oder sogar tote Robbe am Strand triffst. Auch wenn dir die Tiere leid tun und es traurig ist, solltest du nicht vergessen, dass all das zum natürlichen Lauf der Dinge gehört.

Kranke oder verletzte Robbe

Findest du eine verletzte oder kranke Robbe am Strand, kannst du tatsächlich etwas unternehmen. Zuständig ist die Dyrens Vagtcentral. Du erreichst die Zentrale telefonisch unter 0045-1812. Halte dich trotzdem von dem Tier fern und überlass den Profis die Rettung.

Tote Robbe

Die Dänen gehen mit toten Tieren in der Natur recht pragmatisch um. Eine tote Robbe am Strand ist nämlich auch eine Nahrungsquelle beispielsweise für Möwen. In vielen Urlauberregionen gibt es zumindest über die Sommermonate Strandpatrouillen, die tote Tiere vom Strand entfernen. Die Dyrens Vagtcentral ist NICHT für tote Tiere zuständig.

Eine Robbe im Meer: nur gelegentlich tauchen die Köpfe der Tiere auf

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