Es gehört zum Urlaub irgendwie dazu: die Grüße an die Daheimgebliebenen. Wer es modern mag, schickt Eltern und Freunden eine Whatsapp auf das Handy mitsamt den schönsten Schnappschüssen. Manche mögen es aber klassisch und haben viel Freude daran, ein paar schöne Postkarten auszusuchen und abends im Ferienhaus zu schreiben. Das ist natürlich viel persönlicher und so erreicht man auch die Großeltern und all jene, die kein Handy haben.

Wenn man die Karten dann während des Dänemark-Urlaubs aufgeben möchte, muss man möglicherweise die Urlaubskasse plündern. Denn: das Porto ist unverschämt teuer. Für eine einfache Postkarte nach Deutschland werden inzwischen 30 DKK fällig, das sind umgerechnet etwa 4 Euro! Bei ein paar Karten kommt schnell eine ordentliche Summe zusammen.

Jedes Jahr ein bisschen teurer

In den vergangen Jahren ist das Porto immer teurer geworden. Ich habe einmal Urlaubskarten herausgesucht, die wir in den vergangenen Jahren von meinen Eltern aus dem Dänemarkurlaub bekommen haben. 2015 bezahlten sie für die Marke noch 14,50 DKK, ein Jahr später waren es schon 16 DKK. Dann kam der größte Preissprung auf 25 DKK im Jahr 2017 und zu 2018 wurden es 27 DKK (3,62 Euro). Eine Steigerung von rund 87 Prozent in nur vier Jahren. In diesem Jahr müssen Urlauber noch ein wenig mehr bezahlen. Wie sich die dänischen Portopreise für Postkarten ins Ausland entwickelt haben, kannst du in der Tabelle nachlesen.

JahrPorto in DKKPorto in EuroSteigerung zum Vorjahr
201514,50 DKK1,94 Euro
201616 DKK2,14 Euro10 %
201725 DKK3,35 Euro56 %
201827 DKK3,62 Euro8 %
201930 DKK4,02 Euro11 %
202030 DKK4,02 Euro0 %

Zum Vergleich: in Deutschland kostet eine Briefmarke ins Ausland bei der Deutschen Post nur 95 Cent, also rund 7 DKK.

Die dänische Königin Margrethe ist ein beliebtes Motiv für Briefmarken.

Die Dänische Post kämpft ums Überleben

Die größte Preissteigerung gab es zwischen den Jahren 2016 und 2017. Aber wie kam es dazu? Seit 2009 arbeitet die Post Danmark A/S mit der schwedischen Post zusammen. Die Unternehmen haben damals eine gemeinsame Aktiengesellschaft mit dem Namen postnord gegründet. Während sich bei den Schweden das Geschäft relativ stabil entwickelt hat, leidet das dänische Tochteruntern unter einem drastisch sinkenden Briefaufkommen. Verantwortlich dafür ist die dänische Regierung und ihre Behörden.

Die haben die Dänen zu einem konsequenten digitalen Schriftverkehr gezwungen. Der funktioniert nur noch via E-Mail. Ausnahmen gibt es kaum und wenn, haben die Betroffenen persönlich vorgesprochen und Gründe wie Seh- und Altersschwäche nachgewiesen. Das hat natürlich zur Folge, dass das ohnehin sinkende Briefaufkommen in Dänemark noch rasanter gesunken ist. Seit dem Jahr 2000 werden 80 Prozent weniger Briefe im Königreich verschickt. Für die einst so stolze dänische Post hat das natürlich auch massive Umsatzeinbrüche zur Folge. Inzwischen wurden zahlreiche Mitarbeiter entlassen, Briefkästen werden nur noch ein bis zwei Mal die Woche geleert (Tipp: Postkarten direkt zu einem Postamt bringen) und der Postbote kommt nur noch ein Mal die Woche zu den Dänen um Briefe und Karten zu bringen.

Längere Lieferzeiten für höheres Porto

Klassische Urlaubspost kann wegen des Portos in Dänemark richtig teuer werden.

Der mangelnde Service und die langen Lieferzeiten dürfte dazu beitragen, dass noch weniger Dänen Briefe schreiben. Das betrifft übrigens auch die Urlaubskarten ins Ausland: auch hier hat sich die Zustellzeit extrem erhöht. In der Regel dauert es länger als eine Woche, bis es die Karte vom dänischen Briefkasten bis nach Deutschland geschafft hat.

Darüber hinaus sind die schwedischen Partner wirklich verärgert, weil die dänische Post so starke Verluste macht. Die Schweden sehen es nicht ein, diese Verluste mit eigenen Mitteln auszugleichen und zwingen die Dänen zu den Sparmaßnahmen und Preissteigerungen. Der schwedische Partner droht sogar, den Verbund wieder aufzulösen. Es gibt Pläne das Postwesen wieder in die eigenen Hände nehmen. Zum Jahr 2020 könnte die Post Danmark dann wieder unabhängig sein. Das würde die dänischen Steuerzahler aber Milliarden kosten – genau genommen rund 1,5 Milliarden Kronen (rund 200 Millionen Euro).

Alternativen für die Urlaubspost aus Dänemark

Welche Alternativen haben wir nun, wenn wir aus dem Dänemarkurlaub trotzdem Karten an unsere Liebsten schicken wollen? Wir haben uns ganz einfach für eine Postkarten-App entschieden. Damit können wir selbst gemachte Bilder versenden und gestalten damit ganz persönliche Urlaubsgrüße. Außerdem bleiben wir der klassischen Postkarte treu, die nach Absenden in der App in Deutschland gedruckt und versendet wird. So kostet uns die ganze Karte nur ein wenig Zeit und inklusive Porto knapp 2 Euro.

Wie hälst du es mit Urlaubspost? Schreib mir doch einen Kommentar, ob du noch klassische Karten verschickst oder ob eine Whatsapp ausreicht?


Zuletzt am 12.08.2020 überarbeitet.