Dänische Leuchttürme: der Lyngvig Fyr

Für viele ist der Lyngvig Fyr ganz sicher nur ein Leuchtturm. Für mich ist er Sinnbild von Urlaub, Freiheit und Beständigkeit. Ein weißer Riese in den Dünen von Holmsland Klit und angenehmer Pflichtbesuch, wenn wir Ferien in der Region verbringen. Unsere erste Begegnung hatten wir, der Leuchtturm und ich, vor beinahe drei Jahrzehnten. Anfang der Neunziger wurde ich die Stufen teilweise noch von meinem Vater nach oben getragen. Das waren noch (entspannte) Zeiten. Doch schon damals faszinierte mich der Ausblick auf die scheinbar endlose Weite der Nordsee. Die Möwen umkreisten uns und erzählten von den Abenteuern des Meeres. Es ist eine traumhafte und tief sitzende Kindheitserinnerung.

178 Stufen sind es im Inneren des Lyngvig Fyr

Damit dürfte die Frage danach beantwortet sein, ob sich ein Ausflug auf einen Leuchtturm lohnt. In jedem Fall! Außer vielleicht bei richtigem Schietwetter und Seenebel, wobei ich mir die Atmosphäre dann auch wunderschön vorstellen kann. Wie einst der Leuchtturmwärter bei Sturm hinter einem der kleinen Fenster saß und auf die raue See geschaut hat. Mit einer Tasse Tee, einem kleinen Stück Kanelstang und sich für einen Moment dahin träumte.

Vom Unglück zum höchsten Leuchtturm Dänemarks

Der Lyngvig Fyr ist der letzte Leuchtturm, der an der dänischen Nordseeküste errichtet wurde. Am 3. November 1906 warf das Leuchtfeuer erstmal seinen Schein hinaus auf die Nordsee. Dem vorausgegangen war ein fürchterliches Unglück, bei dem das Dampfschiff Avona im Jahr 1903 vor der Küste auf Grund lief. Das Schiff sank und 24 Seeleute kamen dabei ums Leben. Aufgrund dieses Unglücks wurde der Bau des Lyngvig Fyr seinerzeit beschlossen. Mit über 38 Metern ist er der höchste Leuchtturm des Landes geworden.

Da der Lyngvig Fyr auf einer Düne errichtet wurde, befindet sich das Leuchtfeuer sogar 53 Meter über der Wasserfläche. In klaren Nächten reicht das Licht über 30 Kilometer weit auf die See. Wo wir schon bei den Zahlen sind: vom Fuße der Düne bis ganz nach oben auf den Leuchtturm sind es 228 Stufen. Aber der Ausblick auf Nordsee, Fjord und die Dünen von Holmsland lohnen sich.

Was heißt hier eigentlich Lyngvig?

Bei unserem letzten Besuch haben wir übrigens gerätselt, woher der Name Lyngvig stammen könnte. Da wir am Vormittag in Ringkøbing eine Flasche Heideschnaps gekauft hatten, wussten wir, dass lyng Heide bedeutet. Und was bedeutet -vig? Es heißt so viel wie Bucht oder Meerbusen. So wie Lemvig an der Lem Bucht liegt, muss Lyngvig also der Leuchtturm an der Heidebucht sein. Ganz sicher eine historische Ortsbezeichnung, denn das Gebiet rund um den Leuchtturm heißt ja Nørre Lyngvig.

Die Aussicht vom Lyngvig Fyr

Seit meinem ersten Besuch 1991 bis heute hat sich am Lyngvig Fyr eine Menge getan. Besonders angetan bin ich vom wirklich hübschen Museum und dem kleinen Museumscafé gegenüber des Leuchtturms. Hier erfährt man eine Menge über die Entstehung des Leuchtturms, die Schifffahrt auf der Nordsee und die Entdeckung der Nordsee als Badeort – alles mit viel Liebe umgesetzt. Für Kinder gibt es einen großen Spielplatz und Eis. Ebenfalls einen kleinen Besuch wert ist eine kleine Infohütte, in der die gängigsten Strandfunde ausgestellt sind. Hier lässt sich so manches Rätsel um unbekannte Muscheln, Fossilien und andere Habseligkeiten lösen.

Anschließend lässt es sich je nach Jahreszeit am Strand noch prima spazieren, sonnen, baden, Steine und Muscheln sammeln oder einfach nur abschalten.

Eintrittspreise
Erwachsene: 50 DKK (rund 7 Euro)
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre: in Begleitung eines Erwachsenen frei

Öffnungszeiten
Januar bis März: täglich 11 bis 16 Uhr
April bis Juni: täglich 10 bis 17 Uhr
Juli und August: täglich 10 bis 20 Uhr
September und Oktober: täglich 10 bis 17 Uhr
November und Dezember: täglich 11 bis 16 Uhr
23./24./25.12. und 31.12. geschlossen

Stand: August 2019

2 Kommentare

  1. Hi! Ich bin gerade hier in Nr. Lyngvig im Urlaub, es ist wirklich ein besonderer Ort.
    Ich wollte nur sagen, dass der Eintrittspreis sich auf 50 DKK für Erwachsene erhöht hat, die Kinder bis 18 J. aber immer noch freien Eintritt haben. Trotzdem lohnt sich evtl. die Wochen Karte fürs Ringköbing /Skjern Museum. Als Familie zahlen wir pro Erwachsene 175 DKK, die Kids haben überall freien Eintritt, rund um den Fjord bei verschiedensten Aktivitäten.

    Herzliche Grüße – Liebe zum Dänemarkurlaub verbindet😉, Anika

    • Hej liebe Anika, vielen Dank für deinen Hinweis. 🙂 Dann werde ich das gleich mal korrigieren. So eine Wochenkarte ist ganz sicher auch eine tolle Sache. Immerhin gibt es rund um den Fjord eine Menge zu erleben. Ich hoffe ihr habt noch einen ganz tolle Zeit. Grüßt mir die Nordsee. 😉 Chris

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