Rezept für smørrebrød – Auf der Suche nach dem perfekt belegten Brot

Smørrebrød Titelbild

Wörtlich übersetzt ist das berühmte dänische smørrebrød nicht mehr als ein Butterbrot. Doch das wird dem dänischen Küchenklassiker nicht im Geringsten gerecht. Vielmehr handelt es sich dabei um üppig belegte Brote, bei denen Brot und Butter unter dem Belag nur noch zu erahnen sind. In diesem Artikel bin ich auf der Suche nach dem (für mich) perfekt belegten smørrebrød, gehe der Geschichte der berühmten Brote auf den Grund und habe ein paar kuriose Fakten über das berühmte dänische Gericht gesammelt.

Wie das belegte Brot zum dänischen Klassiker wurde

Das Grundrezept ist ziemlich einfach. Eine meist ziemlich dünn geschnittene Scheibe Roggenbrot, bestrichen mit gesalzener Butter. Das war es schon. Früher war hier an dieser Stelle tatsächlich Schluss. Erst später kam der Belag dazu, der inzwischen in vielen Lagen geschichtet wird. Von Fisch, Hummer und Krabben über Aufschnitt, Fleisch, Frikadellen und Pastete bis hin zu Käse, Eiern, Gemüse, Kräutern, Salat und Nüssen ist alles möglich. Es gibt sogar süße Varianten mit Marmelade, Honig, Obst und Schokolade als Dessert. Heute kann man das Brot unter dem ganzen Belag oft nur noch erahnen.

Doch ganz von Vorn: wir denken uns in das Jahr 1800, als Dänemark noch ein sehr einfaches Land war und die Industrialisierung auf sich warten lies. Erst in knapp 50 Jahren sollte die erste Eisenbahn fahren und so lebten die Fischer, Landwirte und Jäger ein bescheidenes Leben. Draußen auf der See, auf dem Feld oder im Wald benötigten die hart arbeitenden Männer und Frauen natürlich auch eine Stärkung. Die Menschen nahmen, was sie hatten. Auf das Brot wurde Butter geschmiert, was oft reichen musste. Selten gab es mal eine Scheibe Braten darauf, noch häufiger wohl etwas Fisch dazu.

Wer hat’s zuerst serviert?

Nachdem die ersten Fabriken und Büros entstanden, nahmen die Menschen weiterhin ihr Smørrebrød mit auf Arbeit. Der Belag war allerdings immer noch überschaubar. Erst um 1900 wuchs das Nationalgericht in die Höhe. An dieser Entwicklung war auch die feine Gesellschaft in Kopenhagen beteiligt, die die Brote inzwischen aus dem Butterbrotpapier befreit und auf feinem Porzellan mit Silberbesteck angerichtet hatte. Von da an waren nur noch der Phantasie Grenzen gesetzt.

Das Pariserbøf – eine üppige und moderne Variation des Smørrebrøds

Nicht ganz klar ist, welches Restaurant die Smørrebrøds als erstes servierte. Da wären das heutige Nimb im Tivoli, das schon 1870 belegte Brote auf der Karte gehabt haben soll sowie der Gastronom und Weinhändler Oskar Davidsen. In seinem Restaurant soll es um 1888 verschiedenste Smørrebrød-Varianten gegeben haben. Klar ist, dass Davidsen die Schnittchen weltweit berühmt gemacht hat und rund 170 verschieden belegte Brote anbot. Noch heute gibt es jenes Restaurant, das Ida Davidsen in Kopenhagen inzwischen in sechster Generation betreibt.

Dabei hatte es das Smørrebrød nicht immer leicht. Um 1960 ließ dessen Popularität nach. Es wurde zum Essen der älteren Leute, junge Dänen konnte man damit nicht mehr begeistern.

Das Smørrebrød kommt wieder

Inzwischen haben Köche das Smørrebrød wiederentdeckt und es findet sich auf den Speisekarten vieler dänischer Restaurants und Imbisse. Besonders beliebt ist das „Stjerneskud“, ein Smørrebrød mit gebratenem, paniertem Schollenfilet, Krabben, Salat und dänischer Mayonnaise auf geröstetem Weißbrot. Genauso schön ist der Name, denn stjerneskud ist eine Sternschnuppe.

Ebenfalls beliebt: Sol over Gudhjem, also die Sonne über Gudhjem mit geräuchertem Hering, Zwiebel, Kopfsalat, Radieschen, Schnittlauch und Pfeffer auf gebuttertem Schwarzbrot. Die Sonne ist ein rohes Eigelb, was auf das reich belegte Brot gegeben wird. 

5 kuriose Fakten über Smørrebrød

Briefmarke mit Smørrebrød-Design von Postnord
Die Briefmarken sind 2012 bei Postnord erschienen.
  • Smørrebrød ist in Dänemark ein klassisches Mittagsessen (frokost), kein Frühstück, kein Abendbrot.
  • Smør heißt im Dänischen Butter, at smøre schmieren oder bestreichen.
  • Das Smørrebrød muss mit Messer und Gabel gegessen werden.
  • Weniger belegte Brote, die ohne Besteck gegessen werden können, nennen sich håndmad.
  • Die üppig belegten Brote haben es sogar schon einmal auf die dänischen Briefmarken geschafft.

Doch welches ist das perfekt belegte Brot? Welches Smørrebrød ist besonders lecker? Klar, das ist Geschmackssache. Fürs Erste habe ich mal zwei Varianten zubereitet. Mein Urteil findet ihr nach den Rezepten. 🙂

Rezept für Æg på røget laks

Smørrebrød med æg på røget laks

Zutaten für 2 Personen

  • 2 Scheiben gutes Brot, in dünne Scheiben geschnitten
  • Butter
  • Eisbergsalat
  • dänische Remoulade (im Supermarkt erhältlich)
  • geräucherter Lachs in Scheiben (ca. 100 g)
  • 1 hart gekochtes Ei, in Scheiben
  • frischer Dill

Zubereitung

Smørrebrød med æg på røget laks

Bestreiche das Brot mit Butter und lege anschließend ein großes Blatt Eisbergsalat auf die Scheiben. Anschließend gibst du den geräucherten Lachs auf den Salat und legst ein paar Scheiben gekochtes Ei darauf. Das Smørrebrød nun noch mit dänischer Remoulade und ein paar Zweigen Dill garnieren. Fertig.

Rezept für Pariserbøf

Zutaten für 2 Personen

  • Für das Rindfleisch
  • 500 g Rinderhackfleisch
  • 1 Ei
  • 1 EL Kapern, feingehackt
  • Salz
  • schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
  • Rundherum:
  • 2-4 Scheiben gutes Brot, dünn geschnitten
  • 2 Eigelb, roh
  • 1 rote Zwiebel, in dünne Scheiben geschnitten
  • 3 EL rote Beete, gewürfelt
  • 2 EL Kapern
  • 2 EL Meerrettich, frisch gerieben
  • 1 EL Olivenöl zum Braten
  • 1 EL Butter zum Braten
  • Meersalz

Zubereitung

Vermische das Rindfleisch mit einem Ei, einem Esslöffel gehackten Kapern und würze es mit Salz und schwarzem Pfeffer. Nun teilst du die Masse in gleiche Teile auf – bei großen Brotscheiben in zwei Teile, bei kleineren in vier Teile. Gib jeweils ein Teil des gewürzten Hackfleischs auf das Brot, sodass es wie ein Hacksteak auf dem Brot liegt. Drücke es besonders an den Rändern gut an. Ritze das Fleisch anschließend noch mit einem scharfen Messer ein.

Gib anschließend das Öl und die Butter in die Pfanne und erhitze es. Brate die Brotscheiben zunächst von der Fleischseite, bis die goldbraun ist. Anschließend wendest du die Scheiben und lässt das Brot braten, bis es golden und knusprig ist.

Richte das Brot auf einem Teller mit Zwiebelringen, roter Beete, Kapern und geriebenem Meerrettich an. Nun kannst du entscheiden: entweder gibst du ein Eigelb roh über das Pariserbøf oder du brätst ein Ei kurz in der Pfanne an und legst das Spiegelei auf die fertigen Brote.

Nyd dit måltid! 🙂

Welches Rezept hat mir besser geschmeckt?

Nicht ganz einfach. Die Kombination von Fisch, Remoulade und Dill weckt natürlich die Erinnerungen an das Meer und damit an Dänemark. Allerdings fand ich das Rezept für Pariserbøf etwas raffinierter. Der Geschmack von feinem Rindfleisch, Ei, roter Beete und Kapern auf einmal war schon etwas Besonderes. Ich tendiere deshalb zu der zuletzt vorgestellten, warmen Variante.

Aber eins ist sicher: das wird nicht mein letztes Smørrebrød gewesen sein. Ich werde hier im Blog berichten. 😉

Hast du schon einmal Smørrebrød gegessen und hast du vielleicht ein Lieblingsrezept? Dann schreib es doch bitte in die Kommentare. Ich bin gespannt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.