Auf in ein neues Abenteuer: Ein Besuch bei Naturkraft in Ringkøbing

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Peitschende Windböen, dunkle Wolken und ein Platzregen, kurze Zeit später reißt der Himmel auf und die Sonne glitzert in den Wellen der Nordsee. Die Kräfte der dänischen Natur sind oft rau, schaffen aber auch immer wieder wunderschöne Landschaften und Szenen. Denk doch nur an die wundervollen Wolkenformationen über dem Meer, an die Dünenheide, die weiten Wiesen durch die sich kleine, schilfumsäumte Flüsse schlängeln, denk an dichte Wälder und die wunderschönen Sonnenauf- und Untergänge. Die dänische Natur ist unglaublich abwechslungsreich und bietet jede Menge Geheimnisse, die entdeckt werden wollen.

Bei Naturkraft in Ringkøbing kannst du die ganze dänische Natur in nur einem großen Abenteuerpark erleben. Du lernst landestypische Pflanzen kennen, stellst dich mitten in den Sturm, rutschst um die Wette und lernst in täglich wechselnden Expeditionen nebenbei noch allerhand über die Welt, in der wir leben. Eines vorweg: der Park ist etwas für klein und groß. Auch wenn du keine Kinder hast, kannst du hier eine Menge erleben. Wir hatten jedenfalls einen wundervollen Tag, der sich nach neugieriger Kindheit angefühlt hat.

Eine Reise vom Marschland bis ins Eichengestrüpp

Dänemarks Natur ist sehr vielfältig. Wenn du alle Landschaften kennen lernen möchtest, musst du normalerweise weite Wege zurücklegen. Nicht so bei Naturkraft: In der fünf Hektar großen Erlebnisarena sind alle acht Naturräume des Landes nachgebildet. Vom Marschland über die Dünen, von der Heide über Feucht- und Trockenwiesen bis hinein ins dichte Eichengestrüpp und in den Kiefern- sowie Karbonwald. Achja, der Waldgarten nicht zu vergessen. Die Bereiche sind mit den dafür typischen Pflanzen bestückt und durch teilweise besondere Wege begehbar. Mal führt ein Weg aus Pfählen mitten durch das dicht gewachsene Schlilfgras über die kleinen Bäche hinweg zur Düne. Mal geht es den Wall hinauf oder über ein Floß zum nächsten Abenteuer.

Am besten lernen wir, wenn wir etwas erleben

Apropos Abenteuer. Im Mittelpunkt eines Besuches stehen die Expeditionen, auf denen man sich jeweils einem Thema widmet. Am Tag unseres Besuches standen vier Expeditionen zur Wahl: Wind, Magnetismus, Grundwasser und Zeichen/Runen. Wir beschlossen mit dem Thema Wind zu beginnen – etwas, was an der dänischen Küste ja beinahe allgegenwärtig ist.

In der so genannten Basis, einem riesengroßen Kuppelzelt, wurden wir mit den notwendigen Materialien versorgt. Eine runde Scheibe dient als Anleitung für die Expedition. Auf ihrer Vorderseite standen die wichtigsten Informationen zum Thema, auf der Rückseite waren drei Aufgaben aufgedruckt. Mit einem ausgeliehenen Windmesser mussten wir an drei Stellen im Park die Windgeschwindigkeit messen, dann durften wir uns im parkeigenen Windkanal so richtig durchpusten lassen und zum Schluss haben wir in der Basis noch ein eigenes Windrad gebastelt – was enormen Spaß macht, wenn man so etwas seit über 20 Jahren nicht mehr getan hat. Als wir alle Aufgaben erledigt hatten, sind wir mit unserer Expeditionsscheibe zu den netten Naturkraft-Mitarbeitern gegangen. Bei ihnen haben wir die Mitte der Scheibe heraustrennen können und durften uns daraus einen Badge zum anstecken und mitnehmen prägen. Wir sind nun offizielle Sturmkönige und ja, ziemlich stolz darauf.

Gerade für Kinder ist das eine tolle Idee, da am Ende jeder Expedition diese Belohnung auf sie wartet. Das ist ein toller Anreiz, auch alles auszuprobieren. Da man für die Expeditionen häufig auch über das ganze Gelände laufen muss, bieten sich kleine Pausen an den Spielgeräten oder Mini-Experimenten an. Schaffst du es, so weit wie ein Frosch zu hüpfen? Oder wie schneidest du im Naturquiz ab? Rutschst du schneller als deine Schwester oder dein Bruder? Du siehst: bei Naturkraft wird es nie langweilig. Die angebotenen Expeditionen wechseln übrigens täglich, sodass man den Park später oder im nächsten Urlaub auch noch einmal besuchen kann.

Frisch gestärkt zu neuen Abenteuern

Nachdem wir auch noch mit eigener Muskelkraft nach Grundwasser gebohrt und einen eigenen Kompass gebastelt haben (wir sind laut Badges nun auch Terraformer und Navigatoren), haben wir uns im Naturkraft-eigenen Restaurant gestärkt. Besonders smart: es gibt einige vegetarische Gerichte auf der Karte. Beispielsweise einen Hamburger mit Gemüsebratling und Pfannenkartoffeln mit hausgemachter Sauce. Wer Fleisch möchte, muss das extra zahlen. Die Preise sind für dänische Verhälntisse erstaunlich erschwinglich. Ich mache euch schon einmal etwas Appetit. 😉

Am Ausgang – oder bestenfalls schon bevor du ein Gericht wählst – kannst du an einem großen Rad herausfinden, wie gut die CO2-Bilanz deines Mittagessens eigentlich ist. Vielleicht entscheidest du dich doch lieber für eine vegetarische Variante? Oder traust du dich sogar, den Salat mit knusprigen Insekten zu probieren?

Magst du lieber dein eigenes Picknick mitbringen, ist das übrigens auch kein Problem. In der Naturkraft-Arena findest du auch Tische, an denen du dein eigenes Essen verzehren kannst. Außerdem gibt es im ganzen Park auch Wasserspender, an denen du deine eigene Trinkflasche wieder auffüllen kannst. Wir finden das ziemlich nachhaltig.

Ein in Luftpolster gepacktes Museum

Um ins Restaurant zu kommen, mussten wir schon in das große Gebäude. Wobei Gebäude gar nicht das richtige Wort ist. Mitten im Wall sind große Luftpolster-Fenster eingelassen. Darunter befindet sich das Museum von Naturkraft – mitsamt einem kleinen Shop, dem Restaurant und Toiletten. Und dem Wäschetrockner, falls bei den Abenteuern im Park mal die Hose nass wird. 😉

Es ist ein wenig futuristisch, wenn man durch die Eingangstore nach drinnen kommt. Im weitläufigen Innenraum stehen drei riesige Kugeln, die unterschiedliche Ausstellungsräume beherbergen. Zwischen den Kugeln und rundherum gibt es weitere Ausstellungsstücke und vor allem wunderschöne Architektur zu bestaunen. Bist du denn schon mal ganz gemächlich durch eine Nordsee-Welle geschlendert?

Ich möchte euch an dieser Stelle gar nicht so viel verraten, außer das ihr euch für das Museum auch einiges an Zeit einplanen solltet. Denn hier gibt es in modern gestalteten Ausstellungsräumen so einiges zu entdecken. In der ersten Kugel befindet sich beispielsweise der spektakuläre Baum des Lebens. In nur wenigen Minuten geht hier ein ganzes Jahr vorüber, vom Schneesturm über die Frühjahrsblüte und die grünen Sommermonate bis sich die Blätter bunt färben und wieder ein Schneesturm einsetzt. Du kannst hier sehen, wie das Leben eines Baumes über ein ganzes Jahr hinweg funktioniert. Nicht zuletzt kannst du auch ins Geschehen eingreifen und Stürme starten und lernst, wie verstorbene Tiere wieder in den Kreislauf des Lebens übergehen.

Die zweite Kugel beherbergt eine große Weltkarte. Hier bist du gefragt. In der unteren Ebene kannst du Gott spielen und nach deinem Belieben Städte, Fischereihäfen, Landwirtschaftsflächen, Fleischbetriebe und Forstflächen bauen. Im oberen Bereich bist du Politiker und erlässt Gesetze. Unterstützt du eine umwelfreundliche Industrie? Oder dürfen Fabriken ihre Abgase ungefiltert in die Umwelt rauspusten? Triffst du die falschen Entscheidungen, donnert es und der Eisberg beginnt zu schmelzen.

In Kugel Nummer 3 befindet sich schließlich eine Wechselausstellung, in der immer wieder spannende Ausstellungen gezeigt werden. Auf dem Weg dahin kannst du auch noch im Naturkraft-Labor Sand, Fliegen oder Kohle unter das Mikroskop legen und sie ganz groß erleben. Und das ist noch längst nicht alles, was du hier im Museum erleben kannst. Es lohnt sich!

Fazit

Naturkraft ist ein junger Park mit einem wirklich frischen und unkonventionellen Konzept. Hier steht die dänische Natur im Mittelpunkt, die du entdecken sollst. Dabei helfen dir Exkursionen, deine Neugier und die durchweg freundlichen Mitarbeiter. Spring rein, rieche dran, schaue genau hin, stemme dich gegen den Wind, staune, lache und entdecke die Geheimnisse dieser Welt.

Auch wenn es sich um einen Erlebnispark handelt, findest du hier keine aufregenden Fahrgeschäfte. Das braucht es aber auch nicht, denn wer sich auf das große Experiment Naturkraft einlässt, der wird nicht enttäuscht werden und schärft seinen Blick für die spannenden Welt, in der wir Leben. Mit viel Witz, Ideenreichtum und Spiel haben die Macher hier einen ganz besonderen Ort geschaffen. Das Spannende daran: nicht nur die Pflanzen im Park wachsen weiter und verändern damit das Aussehen des ganzen Areals, sondern auch der Park verändert sich. Ideen werden umgesetzt, neue Expeditionen kommen hinzu, Altes verschwindet. Naturkraft selbst ist auch wie kleines Lebewesen, dass sich weiterentwickelt. Und du bringst erst so richtig Leben in den Park.

Der Eintritt kostete zum Zeitpunkt unseres Besuches übrigens 22 Euro für alle, die älter als 3 Jahre sind. Das ist im Vergleich zu anderen Parks wie beispielsweise dem Legoland günstig. Dort kostet der Eintritt pro Person über 50 Euro. Natürlich gibt es bei Naturkraft keine Achterbahnen, aber dir werden alle Materialien für deine Exkursionen gestellt, es gibt wirklich viele freundliche Mitarbeiter, die mit Rat und Tat zu Stelle sind und du kannst spannende Stunden von früh bis spät erleben.

Podcast-Folge über Naturkraft
Mehr über Naturkraft erfährst du in Folge 2 von klitly – Der kleine Dänemark-Podcast. Hier geht es zur Folge.

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