Giftfisch am dänischen Strand: Wie gefährlich ist das Petermännchen?

Der Sommerurlaub in Dänemark verspricht helle Nächte, leckeres Softeis und natürlich auch Badespaß am Strand. Gerade von Juli bis in den September hinein ist das Wasser in Ost- und Nordsee am wärmsten. Da zieht es viele Urlauber komplett in die erfrischenden Wellen, andere lieben es einfach nur barfuß durch das Wasser zu laufen.

Genau dort, im seichten, strandnahen Wasser fühlt sich auch Nordeuropas giftigster Fisch wohl: das Petermännchen. Doch vom niedlichen Namen sollte man sich nicht täuschen lassen. Aus den Stachelflossen und den Kiemendornen des Petermännchens fließt Dracotoxin oder auch Drachengift genannt. Das ist für den Menschen zwar nur selten tödlich, zumindest aber extrem schmerzhaft.

Wie groß ist das Risiko gestochen zu werden?

In den vergangenen Jahren häufen sich die Anrufe beim dänischen Giftnotruf, dass Einheimische oder Urlauber von einem Petermännchen gestochen wurden (dänisch fjæsing). Wie der Dänische Rundfunk berichtete, waren es allein im August 2020 landesweit 55 Fälle. Ob es nun daran liegt, dass sich die Petermännchen besonders gern bei warmen Wetter in strandnähe tummeln oder dass mehr Menschen und damit auch schutzlose Füße am Strand waren, sei nicht klar.

🇩🇰 Ein Besuch am Strand ist gut für unsere Psyche. Warum das so ist, kannst du hier lesen.

Das Risiko ist also nicht allzu groß. Trotzdem kann jeder das Pech haben, beim Baden oder barfuß im Wasser laufen in ein Petermännchen zu treten. Er vergräbt sich nämlich gern im flachen Wasser im Sand oder Schlamm. Das gilt sowohl für die Ostsee, als auch für die Nordsee. Aber auch in ruhigen Gewässern wie Seen und Fjorden sind sie zu finden. Auch Angler können gestochen werden, wenn sie den Fisch vom Haken nehmen. Der Stachel kann auch noch eine ganze Weile nach dem Tod des Petermännchens Gift absondern.

Was passiert nach dem Stich von einem Petermännchen?

Oft graben sich die Petermännchen im Sand ein und werden so unsichtbar

Durchbohrt der Stachel des Petermännchens die Haut wird ein Gift freigesetzt, welches 5-Hydroxytryptamin (Serotonin) und Eiweise enthält. Diese Mischung verursacht in der Regel extreme Schmerzen. Die Einstichstelle färbt sich rot, schwillt an und wird heiß. Starke Schmerzen setzen ein und können bis zu 24 Stunden anhalten, die Schwellung sogar mehrere Monate.

Wenn sich das Gift über den Blutkreislauf im Körper verteilt, wird Histamin freigesetzt. Deshalb kann es auch zu Allgemeinsymptomen wie Kopfschmerzen, Fieber oder Brechreiz kommen. Im schlimmsten Fall können auch allergische Reaktionen wie Atemnot, Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden. Dann sollte sofort medizinische Hilfe geholt werden.

Erste Hilfe: Was tun, wenn das Petermännchen gestochen hat

Die Stiche von einem Petermännchen sind relativ selten. Am besten schützt du dich, wenn du mit Badeschuhen oder Latschen ins Wasser gehst. Passiert es trotzdem, hat der dänische Giftnotruf folgende Empfehlungen gegeben:

  • Lege die Einstichstelle für 30 bis 60 Minuten in heißes Wasser (40 bis 45 Grad), weil die Hitze das Gift zersetzt und den Schmerz lindert. Vorsicht: Verbrühe dich nicht zusätzlich. Alternativ kann auch ein Haartrockner oder ein elektrischer Anti-Mücken-Stick verwendet werden.
  • Entferne Stachelreste und wasche die Einstichstelle gründlich mit Seife und Wasser, um eine bakterielle Infektion zu vermeiden.
  • Halte den betroffenen Arm oder das betroffene Bein still.
  • Es können Schmerzmittel eingenommen werden.
  • Lasse deine Tetanus-Impfung auffrischen, wenn du in den letzten zehn Jahren keine bekommen hast.
  • Wende dich an einen Arzt oder den Giftnotruf, wenn die Symptome nicht abklingen oder sehr stark sind. Den Giftnotruf erreichst du unter +45-82121212. Wie du einen Arzt in Dänemark findest, kannst du hier nachlesen.
  • Sollte die Wunde mit Bakterien infiziert sein und sich in den Tagen nach dem Stich entzünden, wird eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. Wende dich in diesem Fall an einen Arzt.

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