Wenn ich Urlaub in Dänemark mache, dann freue ich mich auf ein paar Lebensmittel, die es nur hier gibt. Und da geht es schon beim Frühstück los: Denn neben frischen Brötchen und Matilde-Kakao gehört für mich Ymer auf den Tisch.
Das gibt es im Kühlregal – zwischen Joghurt und Skyr steht die große Literpackung. Ymer ist ein leicht säuerliches Sauermilchprodukt aus Dänemark – irgendwo zwischen Joghurt und Sauermilch. A38 ist die mildere Variante davon. Doch was steckt genau dahinter? Und warum ist A38 ähnlich und doch anders? Das erzähle ich dir in diesem Artikel – und auch, warum du unbedingt noch eine Packung Ymerdrys brauchst.
Was ist Ymer genau?

Ymer gibt es in Dänemark schon seit 1930: Es handelt sich dabei um ein leicht säuerliches Milchprodukt. Der Vollmilch werden – ähnlich wie bei der Joghurtherstellung – Milchsäurebakterien zugegeben. Anschließend wird der Sauermilch Molke entzogen, was den Ymer fester macht. Das sorgt auch dafür, dass das Produkt einen höheren Proteingehalt bekommt: Etwa 5,6 g auf 100 g.
Weil die Bakterien den Milchzucker in Milchsäure umwandeln, schmeckt Ymer am Ende säuerlich. A38 wird mit anderen Bakterien hergestellt, die für einen milderen Geschmack sorgen.
Ymer und A38 gibt es in Dänemark in vielen verschiedenen Sorten zu kaufen. Pur mit 0,5, 1,5 und 3,5 Prozent Fettgehalt, øko oder mit Erdbeer- oder Himbeergeschmack. Die fruchtigen Sorten bringen ab Werk eine ordentliche Süße mit. Ich persönlich bevorzuge das Original – also pur.
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Ymer ist eine feste Größe auf dem dänischen Frühstückstisch, aber auch als Zwischenmahlzeit. Klassisch wird es mit dem so genannten Ymerdrys gegessen. Das sind Roggenbrotkrümel, die mit Farin gemischt sind – ein sehr feiner brauner Zucker. Ymerdrys nimmt dem Ymer ein wenig die Säure.
Ymer und A38 können aber auch mit zahlreichen anderen Zutaten verfeinert werden: Früchte, Honig, Marmelade, Müsli oder Nüsse.
Wofür Ymer sonst noch gut ist
Allerdings lässt sich Ymer selbst auch anderweitig verwenden: Zum Backen oder auch als Grundlage für Dips oder Dressings. Im Urlaub habe ich sogar schon Nudel- und Kartoffelsalate auf Ymer-Basis gemacht. Einfach mit Kräutern, Pfeffer und Salz, etwas Zucker oder fertigen Würzmischungen arbeiten. So lecker!
Der Unterschied zwischen Ymer und A38

Ymer wird aus Vollmilch hergestellt und mit bestimmten Bakterienkulturen angesäuert – beispielsweise Lactococcus Lactis oder Leucanostoc Cremosis. Die Bakterien wandeln den Milchzucker in Milchsäure und andere Substanzen um. Das ist eben der Grund, warum Ymer säuerlich schmeckt.
Die dänische Großmolkerei Arla hat neben dem Ymer noch A38 auf den Markt gebracht. Hier wird eine andere Bakterienkultur verwendet. Lactobacillus acidophilus soll den Ymer milder machen. Der Name A38 geht entweder auf den Bakterienstamm zurück oder auf „Aktienmolkerei“ und das ursprüngliche Jahr, in dem das Produkt erschienen sein sollte – 1938.
Hast du schon einmal Ymer oder A38 probiert? Wie hat es dir geschmeckt? Und welche Tipps hast du sonst für dänische Lebensmittel? Schreib es mir in die Kommentare. Ich bin gespannt.

Danke für den tollen Artikel. Wir fahren seit vielen Jahren nach DK, und ich habe mich schon immer gefragt, was Ymer oder A38 ist. Jetzt weiß ich es, und beim nächsten Mal wird das probiert!
Hej liebe/r C. Gorille, vielen Dank für das Lob. Ich habe mich selbst immer gefragt, was es mit Ymer eigentlich auf sich hat und dachte einfach, dass es sicher noch vielen anderen so geht. Es freut mich, dass ich dich mit meinem Artikel neugierig machen konnte und vor allem, dass du es auch probieren möchtest. Kærlig hilsen, Chris
Hallo Chris,
Nachdem mein Mann als Kind in Dänemark Urlaub auf dem Bauernhof gemacht hat, hat er dort Ymer Koldskål mit Kammerjunker kennengelernt. Deshalb gehört Ymer und Kærnemælk bei uns immer auf den Einkaufszettel.
Hej AngiFranz,
dann steht bei euch ja jedes Mal eine Kindheitserinnerung auf dem Esstisch. 🙂 Das ist klasse! Bei uns hat es leider etwas länger gedauert, bis wir auf Ymer gestoßen sind, ab sofort gehört es aber zum Dänemarkurlaub fest dazu. Dafür übernimmt der Matilde-Kakao bei mir den Job der Kindheitserinnerung.
Kærlig hilsen, Chris
A38 ist also eine Variante von Ymer. Aber was ist dann A38 Ymer. Den hast du ja nach deiner Schilderung gekauft. Hab ihn gerade vor mir. Scheint mir geschmacklich wie A38, aber von der Konsistenz fast wie Quark. Hmm…
Hej Nora, das ist tatsächlich eine sehr berechtigte Frage. Beim Schreiben ist mir das gar nicht so direkt aufgefallen. 😉 Ich nehme an, dass hier einfach nochmal die Verbindung zum ursprünglichen Produkt, nämlich Ymer hergestellt werden soll. Am Ende ist es ja „nur“ eine andere Bakterienkultur, die hier verwendet wird und das Produkt milder macht. Grundsätzlich bleibt es ja aber Ymer. Sommerhilsen, Chris
Wir mischen Ymer auf dem Brötchen mit der Den Gamle Hindbærmarmelade, würde uns vor über 30 Jahren beim ersten Dänemark Urlaub gezeigt ??
Hej Marcel, ich kenne das mit einem dänischen Vanillequark, den es leider schon länger nicht mehr im Handel gibt. Den haben wir früher auch unter die Marmelade gemacht. 🙂 Aber mit Ymer haben wir das noch nie probiert. Danke für den Tipp. Das probieren wir auch mal aus. Hilsen, Chris
Ich liebe Ymer seit meiner Kindheit und den Ferien in DK ?? ♥
Das ist so ziemlich das erste, was im Einkaufskorb landet, incl. der Ymerdry, die ich extrem lecker und passend finde zu diesem Saurrmilchprodukt. Wenig Zucker ist da nicht drin 25 % egaaal..
Am Ende des Urlaubs wird Großeinkauf gemacht und einige Liter mit nach Hause genommen, auch für unsere Frau Mama, die leider nicht mehr reisen kann.
LG gerade aus Hvide Sande
Claudia
Wir fahren seit den 80ern in Abständen nach Bornholm. Leider gibt es die bornholmer Andelsmejeri nicht mehr. Sie hatte „unseren“ besten Ymer hergestellt mit 10% Fettgehalt. Unglaublich, hat aber viel Radfahren und Schwimmen gefordert 🙂 .
Hilsen på Bornholm
Hans
Das war definitiv die beste. Was ist denn mit der passiert.
Hallo ihr,
Wir haben die Tradition meiner dänischen Patenfamilie aus den 70er Jahren übernommen. Sie verteilten Brun Farin (den malzig klebrigen braunen Zucker) aufs Ymer! Wir sind gerade in Klitmøller und meine großen Töchtern ist die köstliche Kombi auch eine Kindheitserinnerung. Viele Grüße von Dina
Auch für mich stellt Ymer eine Kindheitserinnerung dar. Wir haben sehr oft Sommerferien im Wohnwagen an der dänischen Küste gemacht. Wenn wir tagsüber an den Strand gingen, hat meine Mom Ymer und Marmelade im Tiefkühlcase gehabt und das gab es dann als Ersatz-Mittagessen. Ich habe es geliebt!! Bei meinen letzten Aufenthalten im DK war ich im Supermarkt als allererstes am Frischeregal und habe nach Ymer Ausschau gehalten. Oft war ich verwundert, dass es das nicht mehr zu geben scheint:-O Jetzt weiß ich, dass es wahrscheinlich dann als A38 dort stand, was ich nur nicht als Ymer „identifiziert“ habe. Toll dass ich jetzt für die nächsten Urlaube gewappnet bin. Was mich allerdings wundert, ist, dass bei dem momentanen riesigen Protein-Hype, noch niemand auf die Idee gekommen ist, Ymer auch in Deutschland zu vermarkten.