Deine schönste Dänemark-Geschichte

So langsam öffnet sich Dänemark wieder für Touristen. Für viele Menschen sind die Ferien allerdings (wieder) ins Wasser gefallen. Deshalb habe ich eure schönsten Dänemark-Geschichten gesucht, um das Norweh ein wenig zu lindern und die Zeit bis zur nächsten Dänemarkurlaub zu überbrücken. An dieser Stelle vielen Dank für die spannenden, lieben und lustigen Einsendungen.


Kerstins Geschichte: Das merkwürdige Geräusch im Wald

Baumkronen eines dänischen Waldes

Im November 2020 waren wir mit der Familie meines Bruders in Blåvand. Abends sind wir immer noch einmal mit den Hunden spazieren gegangen. Unser Ferienhaus lag in der Nähe eines kleinen Wäldchens. So sind wird abends oft mit acht Personen und zwei Hunden Richtung Wald gegangen. Wir fühlten uns immer sehr sicher, da wir so viele waren und unsere Hunde würden uns schon beschützen. 

Nun ging es auch dieses Mal erst wieder im Dunklen los. Bepackt mit unseren Taschenlampen, stiefelten wir Richtung Wald. Aus der Ferne hörten wir ein Geräusch, welches wir überhaupt nicht zuordnen konnten. Mein Neffe meinte, es wäre sicher ein Abfluss. Ich hingegen war der Meinung, dass es ein Frosch war. Nun waren wir doch sehr neugierig und wollten unbedingt wissen, um was es sich da handelt. Wir konnten unsere Hand vor Augen nicht sehen, aber dafür waren die Taschenlampen ja da.

Ein unvergessliches Abenteuer

Das Geräusch wurde immer lauter. Plötzlich standen wir an einer Weide. Dort konnten wir im Schein unserer Lampen eine Herde Rehe sehen. Das Geräusch war mittlerweile extrem laut geworden. Etwa zehn bis fünfzehn Meter vor uns sahen wir auf einmal einen Hirsch, der aus vollem Leib röhrte. Er war so mit sich beschäftigt, dass er uns nicht einmal wahrnahm. Unsere Hunde haben nicht einen Mucks von sich gegeben. Eine leichte Panik kam in uns hoch, sodass wir unsere Beine in Hand genommen haben und zurück gerannt sind. Am Ferienhaus angekommen war das natürlich unser Thema und wir haben Tränen gelacht und uns immer wieder erzählt, wie aufgeregt wir weggerannt sind. 

Wenn wir uns nun sehen, kommt mindestens einmal der röhrende Hirsch auf dem Tisch. Leider ist mein Bruder einen Monat nach diesem Ereignis verstorben. Doch dieses Erlebnis lässt uns immer wieder lächelnd an ihn erinnern.


Holgers Geschichte: Ein ganz besonderer Dannebrog

Für viele Dänemarkurlauber ein Muss: Angeln auf der Mole

Ich versuche es mal mit dieser Geschichte, die sich 1976 in Løkken zugetragen hat. Ich war 1974 im Alter von acht Jahren das erste Mal mit meinen Eltern in Løkken in einer Pension. Dort stand manchmal morgens eine kleine dänische Flagge an einem Platz und ich wusste nicht warum. Also habe ich unsere Wirtin Lizzy gefragt und sie hat mir erklärt, dass es in Dänemark üblich ist, dass der Dannebrog für ein Geburtstagskind am Platz steht und gehisst wird. Da war ich natürlich etwas traurig, weil ich ja mit einem Geburtstag im März nicht in den Genuss kommen würde. Das muss sie wohl auch gemerkt haben.

Abends bin ich dann öfter mit meinem Vater zum Angeln an die Mole gegangen. Gefangen haben wir immer nur ganz junge Heringe für die Katze, ab und an kam mal bei anderen eine Makrele, ein Hornhecht oder auch mal eine schöne Scholle an Land. Eines schönen Tages habe ich dann den Vogel abgeschossen und einen kleinen Dorsch gefangen, der aber groß genug war, das ein Kind von zehn Jahren davon satt werden könnte. Den haben wir natürlich mitgenommen und bei unserer Wirtin in den Kühlschrank gelegt. Sie hat sofort gefragt, ob sie mir den am nächsten Tag zum Abendessen machen soll. Was für eine Frage: Na klar! Ich war happy. Ihr Mann Henry hatte zu der Zeit einen Fischhandel und hat noch ein kleines Filet dazu “geschmuggelt”. Also kam ich am Abend darauf ins Esszimmer an den gedeckten Tisch und was soll ich sagen, da stand der kleine Dannebrog gehisst an meinem Platz.

Ich schaute verwundert und habe gesagt: “Ich habe doch gar keinen Geburtstag.” Da erklärte sie mir, dass der Dannebrog ja nicht nur am Geburtstag gehisst wird, sondern auch zu besonderen Anlässen und wenn das kein besonderer Anlass wäre, dann wisse sie auch nicht mehr weiter. Der kleine Holger war das glücklichste Kind in Løkken oder Dänemark, ach Quatsch, auf der ganzen Welt. Diese Fähnchen gibt es ja auch in unzähligen Varianten, aber eine ist mir immer in Erinnerung geblieben. Vor zwei Jahren wurde ich emotional gepackt, als wir ein Gruppentreffen unserer sehr kleinen aber gemütlichen Dänemarkgruppe in Einbeck hatten. Ich hatte dort Geburtstag und ratet mal was an meinem Platz im Restaurant stand. Richtig, genau dieses Modell des Dannebrog und das 43 Jahre nach meinem Erlebnis. Könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich gefreut habe?


Nicoles Geschichte: Henrys erster Dänemarkurlaub auf Rømø

Ein neuer Tag auf Rømø. Mein Hund Henry und ich haben uns heute vorgenommen nach Ribe zu fahren. Gesagt, getan. Endlich sind wir auf dem Parkplatz Syd angekommen. Das erste was wir dort gemacht haben, sind die mega leckeren Marzipan-Croissants zu kaufen, dann etwas durch Ribe laufen, zur alten Hundeauslaufwiese nähe der Slotbank.

Foto: privat

Dann musste ich unbedingt mal auf Toilette. Normalerweise gehen wir dort immer bei dem Ruderclub aber die haben ab November leider zu. Was nun? Also sind wir zu einem Hostel gelaufen, dass auf der anderen Seite vom Fluss liegt. Gut, dass mein Henry noch so klein war, sodass ich ihn mit auf die Toilette nehmen konnte. Alles erledigt, wollten wir zwei wieder los. Wir gingen raus und es standen viele Kinder dort und warteten bestimmt auf den Bus. Als sie mitbekommen haben, dass ein Hund hinter ihnen war, waren sie voll aus dem Häuschen und jeder sagte: “En hvelp, en hvelp.” Sie fingen an mit mir auf dänisch zu reden und ich sagte ihnen auf englisch, dass mein dänisch nicht gut ist und wir uns besser auf englisch unterhalten können. Das haben wir dann gemacht.

Eine dänisch-hündische Freundschaft

Die Kids waren toll. Haben mir etliche Fragen gestellt. Wie er heißt, wie alt er ist , ob ich mit ihm in die Hundeschule gehe und so weiter. Die Lehrerin wollte die Kids etwas ausbremsen und sagte auf englisch, dass der Hund wohl eine Pause bräuchte. Ich sagte, dass es in Ordnung sei. Dann haben die Kids mich gefragt, ob sie ein Bild von Henry machen dürfen. Wie kann man den netten Kindern so eine Bitte abschlagen? Vielleicht waren Henry und ich das Highlight ihres Tages. Die Kids kamen aus Varde und haben einen Tagesausflug nach Ribe gemacht. Schön, dass wir uns verständigen konnten. Es war ein tolles Erlebnis.

Henry im Museum – Bild: privat

Nadines Geschichte: Ein geschmückter Leuchtturm

Der Blåvandshuk Fyr – der westlichste dänische Leuchtturm

Im Juni 2011 war ich mit meinem Partner Søren im Urlaub. Morgens erzählte er mir, er gehe in die Blåvand Bageri um uns Brötchen zu holen. Doch er fuhr nicht zum Bäcker, sonder er schmückt mal schnell den Blåvandshuk Fyr, schließlich hatte er etwas ganz Besonderes vor.

Aus dem Brötchen holen wurden bald drei Stunden, da er sich mit dem Aufblasen und Schmücken von fast 100 Ballons ordentlich verschätzt hatte. Als er nach geschlagenen drei Stunden zurück kam, sagen wir mal so, war ich nicht gerade begeistert. Er wollte doch nur Brötchen holen und ich machte mir schon die größten Sorgen, was passiert sein könnte. Freude war von meiner Seite erstmal nicht der Fall! Er musste sich wirklich anstrengen, um mich wieder zu besänftigen. Letztendlich hat er es geschafft.

Als wir am Blåvandshuk Fyr ankamen, sah ich schon von Weitem die vielen Herzluftballons. Oben angekommen bekam ich den für mich schönsten Heiratsantrag. Das Ganze haben wir mit einem Glas Sekt gefeiert, anschließend durfte der von uns noch heute so genannte Verlobungs-Hotdog im Sandkassen nicht fehlen. Wir feiern dieses Jahr im Juni unseren neunten Hochzeitstag. Damals wie heute ist der Blåvandshuk Fyr die Stelle, zu der wir als erstes und als letztes fahren, wenn wir Blåvand besuchen.


Clarissas Geschichte: Kälter als die Nordsee

Foto: privat

Schnee an der dänischen Westküste – das kommt gar nicht so häufig vor. Doch in den letzten Jahren, war die Dünenheide immer mal wieder von einer zarten Schneedecke bedeckt. In dieser Zeit war auch Clarissa mit ihrem Mann im Dänemarkurlaub und sie erlebten diese kurze Geschichte:

Im Februar 2018 haben wir gerade Urlaub in Jütland gemacht. Es war ein kalter Tag, an dem auch bisschen Schnee lag. Wir machten es uns im Haus hyggelig, zündeten den Kamin an und wir ließen uns ein schönes Bad ein. Als wir in der Wanne saßen kam mein Mann auf die Idee raus in den Garten zu gehen und sich im Schnee zu wälzen und dann wieder in die warme Wanne zu springen. Dabei war es ihm natürlich wichtig eine Mütze zu tragen denn es könnte ja kalt werden aufm Kopf. 😉 Wir hatten jedenfalls großen Spaß dabei.

Ich finde es herrlich, eure schönsten und spannendsten Dänemarkgeschichten zu lesen. So hat jeder Urlaub einfach ein paar Erlebnisse, die einfach in Erinnerung bleiben. In diesem Sinne hoffe ich, dass wir schon bald wieder alle nach Dänemark reisen können um noch mehr tolle, witzige und vor allem dänische Geschichten zu erleben.

2 Kommentare

  1. In Dänemark kann man soviel Geschichten erleben. Jeder Urlaub ist immer wieder anders und schön egal wie das Wetter ist. Danke für die schönen Geschichten.

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